Warum wählen die Slowaken heute so, wie sie es tun? Warum fühlen sie sich missverstanden, obwohl es ihnen heute besser geht als jeder Generation vor ihnen? Der Sozialanthropologe Juraj Buzalka sucht Antworten auf diese Fragen in einer Sammlung von Essays und journalistischen Texten mit dem bezeichnenden Titel „Postsedliaci: Protest des slowakischen Volkes“. Unter Postsedliaci, auf Deutsch ungefähr „Post-Bauern“, versteht der Autor die Nachfolger einer einst überwiegend agrarisch geprägten Gesellschaft. Juraj Buzalka lehrt als Professor am Institut für Sozialanthropologie der Comenius-Uni in Bratislava. Sein Buch kam kurz nach den letzten Parlamentswahlen im Herbst 2023 heraus. Er prägt darin den Begriff „Postsedliaci“ für die modernen Slowaken, die, obwohl sie in einer globalisierten Welt leben, gedanklich in den agrarischen Werten ihrer längst vergangenen Heimat verankert bleiben.
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