Obwohl es trocken war und die Obstbauern die Ernte nicht als rekordverdächtig einstufen, sprechen die Brennereien nach einer mehrjährigen Pause von einem guten Jahr. Es gab genügend Obst zur Verarbeitung und die Zahl der Aufträge steigt. In der Slowakei gibt es derzeit 255 Lohnbrennereien. Im Jahr 2020 waren es 24 weniger.
Auch die Aprikosenernte trug zur guten Saison in den Brennereien bei, da die Früchte nach längerer Zeit endlich nicht erfroren sind. Tomáš Holota vom Verband der Brennereien und Destillerien zur Herstellung von Spirituosen sagt: „Einige Kunden erzählten uns – und auch die Brennereien haben uns davon berichtet –, dass sie erstmals seit sieben oder acht Jahren wieder Aprikosen hatten. Damit haben die Aprikosen die diesjährige Saison gestärkt. Auch Pflaumen kommen derzeit häufiger vor.“
In der Slowakei steigt zudem das Interesse am privaten Schnapsbrennen. In diesem Jahr sind hierzulande 77 Hausbrennereien registriert, im Jahr 2020 waren es lediglich 31. Die Nachfrage ist auch in den Obstgärten groß, wo die Menschen Obst für die Herstellung von Maische suchen. In diesem Jahr spielte das Wetter dabei mit. Der Inhaber einer Brennerei in der Gemeinde Močenok Tibor Holota erklärt: „Die Ernte war sehr gut. Obwohl es eine Trockenperiode gab, konnte das Obst an Kraft gewinnen und mehr Zucker entwickeln. Die Hefen wandelten diesen schließlich in den gewünschten Alkohol um.“
Doch auch das Schnapsbrennen wird zunehmend teurer. Grund dafür sind die Verbrauchsteuern sowie die steigenden Energie- und Kraftstoffpreise. Wie Tomáš Holota bemerkt, ist hierbei keine Tendenz zu einer Preissenkung absehbar. Daher wird dieser Umstand in einer Preiserhöhung berücksichtigt werden, und zwar um mindestens zehn bis 15 Prozent.
Die Brennereibetreiber sowie die Finanzverwaltung weisen darauf hin, dass für das illegale Brennen von Alkohol je nach Menge Geldstrafen drohen. Bei Privatpersonen beginnen diese bei 100 Euro, bei Unternehmern können sie über 33.000 Euro betragen. Die Finanzverwaltung hat in den vergangenen fünf Jahren fünf solcher Geldstrafen verhängt.