Die inklusive Beschäftigung benachteiligter Menschen in Unternehmen stößt in der Slowakei auf finanzielle, betriebliche und personelle Hindernisse. Die Einbindung schutzbedürftiger Gruppen oder Menschen mit Behinderung in den Arbeitsmarkt gehört dabei zu den zentralen Voraussetzungen für die regionale Entwicklung. Dies geht aus einer Podiumsdiskussion auf der Konferenz „Quo Vadis, Sozialwirtschaft“ hervor, die von der Allianz für Sozialwirtschaft in der Slowakei (ASES) am Mittwoch (28.10.) veranstaltet wurde. Die Beschäftigung schutzbedürftiger Personen ist nach Ansicht der Konferenzteilnehmer nicht nur eine Wohltätigkeitsmaßnahme, kommt sowohl dem Staat als auch den Regionen wirtschaftlich zugute. Die Integration von Menschen aus marginalisierten Roma-Gemeinschaften oder von Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen verwandelt Sozialleistungsempfänger in Steuerzahler und steigert die Kaufkraft in strukturschwachen Gebieten.
Die größte Herausforderung für Arbeitgeber bleibt die Zeit nach dem Eintritt eines Arbeitnehmers in das Arbeitsverhältnis. Wie die Direktorin des städtischen Dienstleistungsunternehmens Prešov Karolína Bortáková betonte, erfordert der Einstieg einer benachteiligten Person in den Arbeitsmarkt massive personelle und finanzielle Investitionen: "Diese Investitionen haben zwei Finanzierungsquellen - staatliche und unternehmensinterne Mittel. Deshalb bin ich der Meinung, dass wir uns wirklich sehr ernsthaft mit diesem Problem auseinandersetzen müssen. Es geht um den Schutz unserer Investition. Es geht um den Schutz der staatlichen Investition in den Menschen, den wir angestellt haben, und schließlich auch um den Schutz der Investition eines Unternehmens selbst."
Experten aus der Praxis betonten zudem, dass die Schaffung eines Arbeitsplatzes allein nicht ausreicht. Viele benachteiligte Arbeitssuchende sehen sich mit fehlenden Verkehrsanbindungen, Vorurteilen oder Barrieren auf dem offenen Arbeitsmarkt konfrontiert. Für einen erfolgreichen Verbleib im Arbeitsverhältnis sind eine enge Zusammenarbeit mit spezialisierten gemeinnützigen Organisationen, der Einsatz von Arbeitscoaches und Mentoren sowie die Bereitstellung begleitender sozialer Dienstleistungen direkt vor Ort unerlässlich. An der Konferenz nahmen Vertreter öffentlicher Institutionen, Experten aus der Slowakei und dem Ausland sowie Vertreter von Sozialunternehmen teil. Zu den Themen wie berufliche Eingliederung, regionale Entwicklung und die Zukunft des sozialen Unternehmertums äußerten sich unter anderen der Staatssekretär des Ministeriums für Arbeit, Soziales und Familie Marián Valentovič, der Abgeordnete des Europäischen Parlaments Branislav Ondruš, Vertreter der Wissenschaft sowie Experten aus Ungarn, Frankreich und Belgien.
Quelle: TASR