Kameras an Schulen ab Dezember

Kameras an Schulen ab Dezember

Ein besserer Schutz für Lehrkräfte, neue Regeln gegen Mobbing sowie klare Verfahren im Umgang mit Gewalt und aggressivem Verhalten: Das Bildungsministerium hat in den vergangenen drei Jahren fast 700 Millionen Euro für Unterstützungsmaßnahmen aufgewendet.

Noch in diesem Jahr sollen an ausgewählten Schulen Kameras installiert werden. Das Innenministerium hatte diese Idee bereits vor drei Jahren vorgestellt. Ressortchef Matúš Šutaj Eštok (Hlas-SD) erklärte am Dienstag (27.10.): „Derzeit läuft der Testbetrieb an zehn Schulen. Bereits im kommenden Dezember sind im Rahmen der öffentlichen Ausschreibung die ersten zwei Millionen Euro vorgesehen. Damit sollen rund 250 Kameraanschlüsse finanziert werden. Auf diese Weise wollen wir zunächst etwa 100 Schulen abdecken.“

Die Opposition betont, dass Prävention die Grundlage für Sicherheit an Schulen ist. Zu den Kritikern der geplanten Maßnahmen zählt auch der ehemalige Bildungsminister Branislav Gröhling (SaS): „Sie wollen sich um Kameras an Schulen kümmern? Ich kann Ihnen aus Erfahrung sagen, dass es an manchen Schulen bereits Kameras gibt, die vom Hausmeister ausgewertet werden. Was soll das bitte bringen? Erst wenn etwas passiert ist, weiß man dann im Nachhinein, wer dafür verantwortlich war.“

Zu den Maßnahmen des regierenden Kabinetts gehört auch ein Leitfaden des Bildungsministeriums. Darin wird den Schulen erklärt, wie sie sich in Krisensituationen verhalten sollen. Die Präsidentin des slowakischen Verbands der Grundschulen Eva Horníková betont: „Der schöne, farbige Leitfaden, den das Bildungsministerium herausgegeben hat, ist tatsächlich eine Bereicherung. Wir müssen uns jedoch bewusst sein, dass es sich nach wie vor nur um Worte und bunte Wölkchen handelt, die erst jemand in die Tat umsetzen muss.“

Eva Horníková hält es für das Wichtigste, die Unterstützungsteams zu stärken, zu denen auch Schulpsychologen gehören. Eine ähnliche Auffassung vertritt auch Gesundheitsminister Kamil Šaško (Hlas-SD). Seinen Worten zufolge ist es wichtig, auch über die psychische Gesundheit von Kindern zu sprechen. Wie er erklärt, wird mit der Polizei daran gearbeitet, Mobbing, Gewalt, Radikalisierung und selbstverletzendes Verhalten frühzeitig zu erkennen. Dringende Fälle sollen bei Kindern und Jugendlichen jedoch vorrangig behandelt werden, damit sie rasch fachkundige Hilfe erhalten.

Nach Angaben des Bildungsministers sind auch Änderungen des Strafgesetzes in Arbeit. Dazu gehört beispielsweise die Einführung einer strafrechtlichen Verantwortung der Eltern, wenn ihr Kind eine schwere Gewaltstraftat begeht.

Marko Trusina, Marika Antašová, Foto: STVR

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