Debatte über Ausnüchterungszellen erneut entfacht

Debatte über Ausnüchterungszellen erneut entfacht

Den Ausnüchterungsgewahrsam, der zur Gefahrenabwehr bei alkoholisierten Menschen diente, gibt es in der Slowakei schon seit über zwei Jahrzehnten nicht mehr. Seit Jahren wird darüber diskutiert, ob er erneut eingerichtet werden sollte, jedoch ohne Ergebnis. Für eine Wiedereinführung setzten sich vor allem Kommunalverwaltungen ein. Auch Krankenhäuser machen auf das Problem aufmerksam, deren Personal immer häufiger dem aggressiven Verhalten seitens alkoholisierter Patienten ausgesetzt ist. Geeignete Gewahrsamszellen wurden in der Slowakei im Jahr 2004 abgeschafft. Seitdem bringen Rettungssanitäter alkoholisierte Personen in Notaufnahmen. Der jüngst erfolgte Angriff eines betrunkenen Mannes auf eine Krankenschwester hat erneut eine Debatte über die Bedeutung von Ausnüchterungszellen ausgelöst.

Einige Mitarbeiter des Gesundheitswesens fürchten, dass sie auch im Falle ihrer Wiedereinführung dem Problem mit betrunkenen Menschen nicht ausweichen können. Richard Demovič, Chefarzt der Notaufnahme im Akademiker-Dérer-Krankenhaus in Bratislava:"Auch wenn wir Ausnüchterungszellen in Betrieb haben, muss sich eine Person, bevor sie dorthin kommt, einer Untersuchung unterziehen, um festzustellen, ob sie gesundheitlich gefährdet ist und ob sie in die Ausnüchterungszelle gehen darf."

Die slowakische Städteunion fordert seit Langem eine Wiedereinrichtung des Ausnüchterungsgewahrsams. Auch die Polizei würde einen solchen Schritt begrüßen. Laut Polizeipräsidentin Jana Maškárová könnte dies die Arbeit der Polizei erleichtern. Gesundheitsminister Kamil Šaško (Hlas-SD) hält die Wiedereinführung von Ausnüchterungszellen jedoch nicht für die ideale Lösung: "Wir wollen nicht - und ich möchte das nicht abwertend sagen - dass Betrunkene eine Art Unterkunft in einer Gesundheitseinrichtung erhalten, denn eine solche Betreuung ist keine medizinische Versorgung."

Deshalb erörtert Šaško derzeit mit dem Innenminister mögliche Lösungen. Außerdem erarbeite das Ressort neue Sicherheitsstandards für Krankenhäuser. Dazu sollen unter anderem ein obligatorischer Panikknopf sowie eine Nachschulung des medizinischen Personals gehören.

Quelle: STVR

Jana Hrbeková, Foto: TASR

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