Frauen verdienen in der Slowakei um knapp 16 Prozent weniger als Männer. Nach der Geburt von Kindern vertieft sich dieser Unterschied weiter. Dies hat eine Umfrage der Agentur 2muse mit 1019 Befragten gezeigt. Die Ergebnisse wurden am Donnerstag (8.10.) bei der Konferenz Equal Pay Day 2026 in Bratislava präsentiert.
Die aussagekräftigste Erfassung ist der Einfluss der Elternschaft auf das Einkommen. Während kinderlose Frauen in einem Arbeitsverhältnis im Schnitt 1212 Euro netto verdienen, was mit dem Einkommen ihrer männlichen Kollegen vergleichbar ist, sinkt der Lohn bei einem Kind auf 1056 und mit jedem weiteren Kind um weitere 56 Euro. Das Einkommen der Männer bleibt unabhängig von der Anzahl der Kinder praktisch gleich.
Laut der PR-Managerin von PMI Slovakia Hana Kamenistá zeigen die Umfrageergebnisse, wie stark die Elternschaft die finanzielle und professionelle Laufbahn von Frauen beeinflussen kann. Laut Angaben der Umfrage sind bis zu 45 Prozent der Frauen an einer Teilzeitanstellung interessiert, doch nur 19 Prozent von ihnen erhalten diese Möglichkeit. Wenn Frauen Teilzeitjobs ermöglicht werden, nutzen das bis zu 62 Prozent von ihnen. Dies bestätigt den Bedarf von Teilzeitstellen in der Praxis.
Viele Unternehmen bieten solche Stellen zwar als Bonus an, doch die Arbeitnehmer betrachten sie oftmals nicht als natürlichen Bestandteil der Arbeitskultur und haben oft Bedenken, sie auch nutzen zu können, betonte die Personalmanagerin von Tesco Miroslava Rychtárechová.
Ein weiteres Problem ist laut Umfrage auch die Kontinuität der Karriere. Nach der Elternzeit wechseln bis zu 38 Prozent der Frauen den Arbeitgeber, bei den Männern sind es nur 12 Prozent. Dies signalisiert finanzielle und karrierebedingte Hindernisse bei der Rückkehr aus der Elternzeit. Die Mutter- und Elternzeit sollte keine Hindernisse in der Karriere bedeuten, sagte die regionale Managerin von Prazdroj Slovensko Eliška Štefankovičová-Gieciová.
Die PR-Managerin von PMI Slovakia Hana Kamenistá erinnerte, dass man an eine automatische Anpassung der Löhne während der Mutter- und Elternzeit wie eine regelmäßige Lohnerhöhung, Inflation sowie weitere Erhöhungen denken sollte. Die Rückkehr in das Berufsleben sollte keine Rückkehr zum ursprünglichen Einkommen vor der Mutter- und Elternzeit bedeuten.
Quelle: TASR