Im neuesten Index für wirtschaftliche Freiheit belegt die Slowakei Platz 43 unter 165 Ländern. Mit einem Gesamtwert von 7,45 Punkten liegt sie im zweiten Viertel des Rankings. Somit bleibt sie beispielsweise hinter Tschechien und Österreich zurück, die zum ersten Viertel der wirtschaftlich freiesten Länder gehören. Darüber informierte am Dienstag (6.10.) das Institut für Freiheit und Unternehmertum (ISP), der slowakische Partner des kanadischen Fraser Institute, das den Index herausgibt. Das aktuelle Ranking basiert auf Daten aus dem Jahr 2024.
Die Slowakei schneidet im Hinblick auf die fünf Bereiche des Index besonders gut beim Handel (Platz 27) und bei der Währungsstabilität (Platz 38) ab, sagt der Vorsitzende des ISP Ján Oravec: „Allein die Tatsache, dass die Slowakei Mitglied der Eurozone ist, den Euro hat, verschafft uns eine bessere Bewertung als beispielsweise Ungarn und Polen. Sie liegen in diesem Ranking ungewöhnlicherweise hinter ihr. Das lässt sich darauf zurückführen, dass die Slowakei beim Indikator ‚solides Geld‘ eine sehr gute Bewertung erreicht. Darüber hinaus schneidet sie auch bei einem traditionellen Indikator sehr gut ab. Es ist keine Überraschung, dass die Slowakei eine kleine, offene Volkswirtschaft ist. Eines der Kriterien, die gemessen werden, ist, in welchem Ausmaß ein Land über einen uneingeschränkten freien Handel verfügt. Einerseits gibt es natürlich eine gemeinsame Handelspolitik in der gesamten EU. Andererseits hat die Slowakei einen außergewöhnlich hohen Anteil von Exporten und Importen an der Wirtschaftsleistung, was ihre Position unter den am besten bewerteten Ländern verbessert.“
Zu den negativen Bereichen gehört die Qualität des rechtlichen Rahmens, erklärt Ján Oravec:
„Damit ist zum einen der Inhalt der verabschiedeten Gesetze gemeint, zum anderen ihre zu große Anzahl und schließlich auch die Art und Weise, wie sie angenommen werden – ohne Konsultationen, in letzter Minute oder im Rahmen verkürzter Begutachtungsverfahren. All das wirkt sich auf eine geringe Qualität des Rechtsrahmens aus. Es führt dazu, dass wir in diesem Bereich nur auf Platz 108 liegen, was von den fünf für die Slowakei bewerteten Bereichen das schlechteste Ergebnis ist. Der zweite Bereich, mit dem wir nicht aufwarten können, ist die Regulierung. Dabei geht es darum, welche Rahmenbedingungen der Staat für bestimmte Märkte festlegt – etwa für den Finanzmarkt oder den Arbeitsmarkt –, aber natürlich auch um spezifische Vorschriften für Unternehmen - inwieweit der Staat ihre wirtschaftliche Freiheit stärkt oder die unternehmerische Freiheit einschränkt. Die Slowakei gehört leider zu den Ländern, deren Regierungspolitik die unternehmerische Freiheit seit Langem einschränkt. In diesem Bereich belegen wir Platz 90 unter 165 Ländern.“
Die Präsidentin der Allianz für Unternehmertum der Slowakei (PAS) Monika Naďová Krošláková erwartet, dass die Slowakei in den kommenden Jahren im Ranking zurückfallen wird. Unter den einzelnen Bereichen des Index verweist sie insbesondere auf die administrative Belastung der Unternehmen. Wie sie hinzufügt, hat auch die Vorhersehbarkeit der Rahmenbedingungen einen wirtschaftlichen Wert für Unternehmen. In diesem Bereich liegt die Slowakei ebenfalls zurück.
An der Spitze des Rankings liegt Hongkong (8,53), gefolgt von der Schweiz (8,45). Unter den EU-Staaten weisen Irland (8,16) und Dänemark (8,13) die höchste wirtschaftliche Freiheit auf.
Matt Mitchell vom Fraser Institute betont, dass wirtschaftliche Freiheit einen entscheidenden Einfluss auf die Lebensqualität und das menschliche Wohlergehen habe. Laut der Studie verdienen die Einwohner der Länder mit dem höchsten Maß an wirtschaftlicher Freiheit im Durchschnitt etwa siebenmal mehr, leben 14 Jahre länger und sind deutlich seltener von Armut betroffen als die Bewohner von Ländern mit der geringsten wirtschaftlichen Freiheit.
Quelle: TASR