Drogenabhängigkeit nimmt zu, jedoch mangelt es an Behandlungsmöglichkeiten

Drogenabhängigkeit nimmt zu, jedoch mangelt es an Behandlungsmöglichkeiten

Im vergangenen Jahr wurden in der Slowakei fast 3.400 Menschen wegen Drogenabhängigkeit behandelt. Dies bedeutet einen Anstieg von über zwölf Prozent im Vergleich zu 2024. Dies ist die höchste jemals verzeichnete Behandlungszahl. Während Drogen immer weiter verbreitet sind, mangelt es in einigen Regionen an spezialisierten Behandlungsangeboten.

Die am weitesten verbreitete illegale Droge in der Slowakei ist Marihuana. Auch Pervitin ist leicht erhältlich. Im vergangenen Jahr wurde fast jeder zweite Patient wegen Pervitin-Abhängigkeit behandelt. Die Psychologin Zuzana Kamenda vom Zentrum für die Behandlung von Drogenabhängigkeit:

„Die größte Produktion von Pervitin findet in der Slowakei und Tschechien statt, daher ist es leicht verfügbar. Der Preis ist nicht besonders hoch, insbesondere für Pervitin. Heute konsumieren viele immer weiter, was zu problematischem Konsum oder zur Entwicklung einer Abhängigkeit führen kann.“

Experten zufolge beginnt Drogenkonsum oft aus Neugier oder durch Experimentieren in der Gruppe. Laut dem Leiter des Zentrums für die Behandlung von Drogenabhängigkeit, Ľubomír Okruhlica sind die meisten Behandelten zwischen 30 und 50 Jahre alt und zu 80 Prozent Männer.

Wenn sich Menschen für eine Behandlung entscheiden, finden sie oft keine spezialisierte Hilfe in ihrer Nähe. Unabhängige Zentren gibt es nur in Bratislava, Banská Bystrica und Košice. Deshalb wird fast jeder dritte Patient in der Hauptstadt behandelt. Okruhlica betont, dass man nach der Behandlung die Therapie zu Hause ambulant fortsetzen sollte. Gerade dafür mangle es aber in der Slowakei derzeit an spezialisierter Versorgung.

Vom slowakischen Gesundheitsministerium heißt es, man wolle das gesamte System – von der Prävention bis zur Behandlung von Drogenabhängigen – stärken. Priorität habe nun die Evaluierung der vorhandenen Kapazitäten und deren Nutzung in den Regionen. Gleichzeitig hänge die Verfügbarkeit von Behandlungen nicht allein von der Anzahl spezialisierter Zentren ab. Auch die ambulante Behandlung und Nachsorge, die Bestandteil einer umfassenden Suchtbehandlung sind, spielten eine wichtige Rolle, so das Gesundheitsministerium.

Experten zufolge stellen auch neue synthetische Drogen eine Gefahr dar. Konsumenten kennen oft weder deren Zusammensetzung noch deren Stärke, wodurch das Risiko einer Überdosierung steigt.

Quelle: STVR

Jürgen Rendl, Foto: AP/TASR

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