Mit Nahverkehr gegen steigende Ölpreise

Mit Nahverkehr gegen steigende Ölpreise

Die slowakische Regierung versucht, die gestiegenen Kraftstoffpreise mithilfe von massiven Ermäßigungen im öffentlichen Verkehr zu kompensieren. Die slowakische Eisenbahnbeförderungsgesellschaft ZSSK wurde vom Verkehrsministerium angewiesen, die Ticketpreise ab dem 1. Oktober 2026 in den nächsten 30 Tagen mit 50 % Rabatt zu verkaufen. Die Regel gilt nur für die 2. Klasse, Dreimonats- und Jahreskarten sind vom Rabatt ausgeschlossen.

Nun hat Verkehrsminister Jozef Ráž (Smer-SD) vor der Regierungssitzung im mittelslowakischen Uhrovec (30.9.) annonciert und danach auch bestätigt, dass eine ähnliche Regelung auch für den mit Bussen realisierten Nahverkehr greifen soll. Er betont, dass dieser Schritt trotz des angespannten Staatshaushalts notwendig sei: „Wir sind zu einer Summe gekommen, die, wie ich finde, auch das Finanzministerium akzeptieren wird.“

Das Problem besteht darin, dass der Nahverkehr mit Bussen zu großen Teilen aus kommunalen und regionalen Mitteln gefördert wird. Kommunen und Selbstverwaltungsregionen seien grundsätzlich bereit, diesen Schritt mitzugehen, verlangen allerdings Kompensationen. Am Mittwoch hat die Regierung beschlossen, ihnen 12 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. Die Union der slowakischen Städte (ÚMS) hat Bedenken hinsichtlich der Maßnahme, dass Inhaber*innen von Dreimonats- und Jahreskarten nicht berücksichtigt werden, obwohl gerade diese Fahrgäste den öffentlichen Nahverkehr regelmäßig und seit Langem nutzen. Zudem teilen sie auch den Optimismus der Regierung nicht, dass diese befristete Ermäßigung das Reiseverhalten der Einwohner wesentlich verändern wird. Sie halten die Maßnahme daher für ungerechtfertigt.

Auch der Oppositionspolitiker Marián Viskupič von der wirtschaftsliberalen Partei SaS ist mit dem Beschluss unzufrieden: „Das hier löst nicht die Probleme von Kraftfahrern, von Firmen, von Menschen, die einfach Auto fahren müssen. Die können nicht ohne Weiteres in den Zug umsteigen.“

Sollten die Verhandlungen der Regierung mit den Kommunen und Regionen erfolgreich enden, wird man auch in Bussen ab dem 12. Oktober 2026 zumindest im Nahverkehr und befristet um 50 Prozent billiger fahren können.

Quelle: Správy STVR, ums.sk

Juraj Gigac, Foto: TASR

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