Schon Kindergartenkinder bereiten sich auf die Begegnung mit KI vor

Schon Kindergartenkinder bereiten sich auf die Begegnung mit KI vor

Auch Kinder in Kindergärten sollen auf eine Welt vorbereitet werden, in der die Künstliche Intelligenz ein ganz normaler Bestandteil des Lebens ist. Das slowakische Bildungsministerium hat dazu neue methodische Leitfäden veröffentlicht. Anhand dieser Leitfäden lernen Kinder, auf ihre eigenen Gefühle, Bedürfnisse und Körpersignale zu achten und zwischen realen Erlebnissen und denen auf dem Bildschirm zu unterscheiden.

Die Methodik basiert auf einfachen Spielen. Kinder finden beispielweise heraus, in welchem Körperbereich sie Freude, Angst oder Wut spüren. Außerdem erkunden sie alltägliche Dinge mit allen Sinnen und entdecken, was man über den Bildschirm weder fühlen noch erleben, riechen oder schmecken kann. Zudem lernen sie, dass der Körper nach Anstrengung Erholung braucht. Wie das Bildungsministerium in einer Stellungnahme schreibt, kommen Kinder auch dann mit Technologien in Kontakt, wenn sie kein eigenes Handy oder Tablet haben. Sie beobachten die Erwachsenen, hören Sprachassistenten und sehen Bildschirme. Dabei machen sie sich eine Vorstellung davon, was die Technologien können und inwieweit man ihnen glauben kann.

Das methodische Material wurde von der Organisation Emocionálny kompas (dt. Emotionaler Kompass) ausgearbeitet. Ihre Mitbegründerin Anna Viľchová erklärt, dass das Ziel nicht sei, Kindergartenkindern die Arbeit mit KI-Tools beizubringen, sondern sie auf diese vorzubereiten:

„Sie müssen verstehen, dass KI keinen Körper hat, dass das, was wir auf dem Bildschirm sehen, ein vermitteltes Bild ist, und sie müssen in ihrem Leben gesunde und feste Beziehungen aufbauen, damit sie sich bei einer Frage oder einem Problem nicht an die KI, sondern an vertrauenswürdige Erwachsene wenden.“

Die Künstliche Intelligenz dringt schrittweise in den gesamten Bildungsprozess vor. Seit dem Schuljahr 2026/2027 ist KI-Kompetenz ein Bestandteil des slowakischen Grundschullehrplans. An weiterführenden Schulen wird sie ab dem Schuljahr 2027/2028 eingeführt.

Quelle: STVR

Kerstin Plaschke-Jakubik, Foto: TASR

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