Zwei bulgarische Staatsangehörige, die nach dem Brandanschlag vom 3. September in München festgenommen wurden, sollen einer Gruppe mit Verbindungen zum russischen Militärgeheimdienst GRU angehört haben. Die Gruppe soll von der Slowakei aus operiert haben. Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung unter Berufung auf Quellen aus Sicherheitskreisen.
Dem Bericht zufolge bringen deutsche Ermittler sowohl den Münchner Brandanschlag als auch den versuchten Drohnenanschlag vom 4. August auf den Flughafen Leipzig/Halle mit der GRU in Verbindung. Deutsche Nachrichtendienste gehen laut der Zeitung davon aus, dass eine GRU-Einheit für Spezialoperationen die Aktivitäten steuert. Diese soll in Europa ein logistisches Netzwerk für hybride Angriffe aufgebaut haben. Ihr Ziel sei es, Lieferungen militärischer Ausrüstung an die Ukraine zu stören und europäische Staaten unter Druck zu setzen, damit sie ihre Unterstützung für Kiew einschränken. Die GRU soll Helfer über den Instant-Messaging-Dienst Telegram anwerben und in Kryptowährung bezahlen. Die von der Slowakei aus operierende Gruppe soll auch den vereitelten Brandanschlag auf das Drohnenwerk Skyeton bei Prešov geplant haben.
Der Bericht der deutschen Zeitung schlägt auch in der Slowakei Wellen. Die Opposition verlangt von Ministerpräsident Robert Fico (SMER-SD) eine Erklärung zu den veröffentlichten Informationen sowie die Einberufung des slowakischen Sicherheitsrates. Tomáš Valášek, Abgeordneter der oppositionellen Partei Progressive Slowakei, bezeichnete es als völlig inakzeptabel, dass die Öffentlichkeit auf diesem Weg von einer möglichen russischen Spur bei dem geplanten Anschlag in der Slowakei erfahre und nicht vom Ministerpräsidenten. Ebenso inakzeptabel sei es, dass der Sicherheitsrat bislang nicht zu dem Fall einberufen wurde. Valášek warf Fico vor, seine Verantwortung für den Schutz und die Verteidigung des Landes aufgegeben zu haben. Sollte sich die russische Spur bestätigen, fordert Valášek umgehende Konsequenzen gegenüber Russland. Dazu gehöre insbesondere die Ausweisung aller russischen Geheimdienstoffiziere, die unter diplomatischer Tarnung in der Slowakei tätig sind.
Der Chef des slowakischen Nachrichtendienstes SIS Pavol Gašpar rief Oppositionspolitiker und Medien zur Zurückhaltung auf. Gašpar ist der Sohn des Parlamentsvizepräsidenten und Smer-SD-Politikers Tibor Gašpar. Nach Angaben des SIS-Chefs sei bislang nicht bestätigt, wer hinter dem vereitelten Brandanschlag stehe. Auch die deutschen Sicherheits- und Ermittlungsbehörden hätten die Darstellung der Frankfurter Allgemeinen Zeitung nach seinen Worten bisher nicht bestätigt.
Quellen: STVR, Tageszeitung Pravda