Die Slowakei muss sich wegen der PISA-Ergebnisse 2025 nicht schämen, sagte der stellvertretende Generalsekretär der OECD František Ružička am Dienstag (8.9.) auf einer Pressekonferenz in Bratislava. Er hob hervor, dass die Slowakei bei der mathematischen Kompetenz über dem OECD-Durchschnitt liegt und im Bereich der Naturwissenschaften eine Verbesserung verzeichnete. Die hiesigen Schüler müssen jedoch nach seinen Worten mehr lesen.
Bei einem OECD-Durchschnitt von 463 Punkten bei der mathematischen Kompetenz erreichte die Slowakei 469 Punkte. Der OECD-Durchschnitt im Bereich der Lesekompetenz lag bei 461 Punkten, während die 15-jährigen in der Slowakei 448 Punkte erreichten.
Ružička sagte: „Wenn wir uns die Ergebnisse ansehen, gibt es tatsächlich gute, aber auch schlechte Nachrichten. Die schlechten Nachrichten müssen wir zur Kenntnis nehmen und uns mit ihnen auseinandersetzen. Tatsache ist, dass der globale Trend im Bildungsbereich rückläufig ist. Das gilt auch für die Kenntnisse im Lesen, in Mathematik und in den Naturwissenschaften.“
Die Ergebnisse geben der Slowakei einen kleinen Grund zur Zuversicht. Davon ist Bildungsminister Tomáš Drucker (Hlas-SD) überzeugt: „Das slowakische Bildungswesen steht vor ernsten Problemen, ist aber nicht zu schlechten Ergebnissen verdammt. Die Ergebnisse des jüngsten PISA-Zyklus zeigen eindeutig, dass Verbesserungen möglich sind. Unsere Aufgabe ist es, jedem Kind bessere Bildung und bessere Schulen zugänglich zu machen. Während in vielen Ländern weiterhin ein deutlicher Rückgang zu beobachten ist, gelingt es einigen Ländern, darunter auch der Slowakei, diesem Trend entgegenzutreten und zu zeigen, dass er nicht unausweichlich ist und dass es Chancen für Veränderungen gibt. Diese Ergebnisse sind jedoch keinesfalls ein Grund für Selbstzufriedenheit.“
In zwei der drei Bereiche, die regelmäßig in den OECD-Ländern getestet werden, liegt die Slowakei weiterhin unter dem Durchschnitt, betonte die Oppositionsabgeordnete Tina Gažovičová (PS): „Im dritten Bereich – der mathematischen Kompetenz – haben unsere 15-jährigen Schüler erfreulicherweise ein Ergebnis erzielt, das über dem OECD-Durchschnitt liegt. Allerdings muss präzisiert werden, dass sich die Ergebnisse der Slowakei nicht wesentlich verbessert haben. Im Rahmen dieser Untersuchung waren es lediglich fünf Punkte. Deutlicher war der Rückgang innerhalb der OECD-Länder, deren Durchschnitt um neun Punkte gesunken ist. Vor allem hat sich gezeigt, dass wir nach wie vor ein Land mit gewissermaßen zwei Bildungssystemen sind, die sich immer weiter voneinander entfernen. Die Daten haben nämlich wieder auf ein grundlegendes und anhaltendes Problem bei uns hingewiesen: den extrem starken Einfluss des sozioökonomischen Hintergrunds auf die Leistungen der Schüler.“
Der Verband von Grundschulen der Slowakei (ZZŠS) betrachtet die Ergebnisse der PISA-Studie als eine gemischte, aber wichtige Nachricht über den Zustand des Bildungswesens. Sie zeigen Bereiche, in denen sich das slowakische Bildungssystem weiterentwickeln kann. Gleichzeitig benennen sie sehr präzise Probleme, die von den Schulen seit Langem wahrgenommen werden. Verbandspräsidentin Eva Horníková erklärte: „Wir freuen uns über die Ergebnisse in Mathematik, die Verbesserung in den Naturwissenschaften und die Fähigkeiten unserer Kinder im digitalen Umfeld. Die Lesekompetenz und die großen Unterschiede zwischen den Schülern sind jedoch ein klares Warnsignal.“
Wie Viktor Križo von der Slowakischen Lehrerkammer (SKU) feststellte, zeigen die Ergebnisse der PISA-Studie, dass sich die Slowakei nicht in die richtige Richtung entwickelt. Seiner Ansicht nach bestätigen sie den Trend, dass das Land bislang nicht ausreichend in Bildung investiert. Angesichts der Aufmerksamkeit, die die Regierungen der Bildung widmen, betrachtet er die Ergebnisse sogar noch als relativ gut.
An dem internationalen PISA-Vergleich nahmen im vergangenen Jahr 91 Länder und Volkswirtschaften teil.
Quelle: TASR