Eine Drohne ist in ein Industriegebäude gestürzt und hat eine Explosion mit Dutzenden Verletzten verursacht – ein solcher Notfall wurde in der Ostslowakei geübt. Die nationale Zivilschutzübung „Tiene v oblakoch – Schatten in den Wolken“ testete am Mittwoch und Donnerstag (2./3.9.) alle Einsatzkräfte von der Feuerwehr über die Polizei bis hin zu den Krisenstäben der Städte und Gemeinden. Kurz nach dem simulierten Notfall trafen die ersten Rettungskräfte am Einsatzort ein. Am zweiten Tag der Übung wurde morgens eine Luftbedrohung simuliert, Sirenen ertönten und einige der teilnehmenden Schulen wurden evakuiert. Das Innenministerium betonte, dass die Übung keine Reaktion auf eine Bedrohung der Region oder der gesamten Slowakei darstelle. Man habe den Osten des Landes nicht wegen der nahen Ukraine gewählt, sondern wegen der dort entsprechend verfügbaren industriellen, aber auch medizinischen Infrastruktur.
Jaroslav Kmeť, Generaldirektor der Abteilung für Krisenmanagement im Innenministerium der Slowakischen Republik erklärte: „Dies ist natürlich nur eine Übung, wir simulieren eine Notfallsituation. Wenn eine Krisensituation entsteht, in der das Leben, die Gesundheit oder das Eigentum von Bürgern betroffen sind, dürfen wir nicht zögern.“
Es wurden nicht nur die einzelnen Aktionen der Rettungskräfte überwacht, sondern auch der Informationsfluss zwischen den Einheiten und deren Koordination untereinander. Die slowakische Polizeipräsidentin Jana Maškarová ergänzte: „Wir müssen auf solche Vorfälle vorbereitet sein, um die Sicherheit zu gewährleisten.“
Auch Krankenhäuser spielen bei derartigen Ereignissen eine entscheidende Rolle. Die Verletzten wurden nach Trebišov und Michalovce transportiert. Wichtig war, dass die Krankenhäuser sowohl die Massenaufnahme von Patienten als auch den regulären Betrieb bewältigen können. Die Personalausstattung der Notaufnahmen wurde dabei als eine Herausforderung identifiziert. Beáta Bodnárová, Chefärztin des Sanitätsdienstes der Streitkräfte, meinte: „Wir versuchen, etwas zu üben, was uns in der Realität möglicherweise etwas schwerfallen wird.“
Laut Innenministerium sei nach jedem einzelnen Fehler oder Versagen geforscht worden, man habe bereits während der Übung solche Probleme zu beseitigen versucht. Die breite Öffentlichkeit war von der Übung nicht direkt betroffen.
Quelle: Správy STVR