Slowakische Löhne halten mit Preissteigerungen nicht mehr Schritt

Slowakische Löhne halten mit Preissteigerungen nicht mehr Schritt

Auf ihrer Gehaltsabrechnung sehen die Slowaken zwar einen höheren Betrag, doch in Wirklichkeit verdienen sie weniger. Während der Nominallohn im zweiten Quartal um mehr als drei Prozent stieg, hat die Inflation die Kaufkraft im Vergleich zum Vorjahr um 0,5 Prozent gemindert. Einen ähnlichen Effekt erlebten die Slowaken in den Jahren 2022 und 2023, als sich die Inflationskrise in vollem Umfang bemerkbar machte.

Im zweiten Quartal dieses Jahres – also von April bis Juni – verdienten die Slowaken im Durchschnitt 1.707 Euro brutto. Im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres sind das 53 Euro mehr. Wie der Leiter der Abteilung für Arbeitsstatistik des slowakischen Amts für Statistik Ivan Chrappa mitteilte, konnte jedoch dieser Anstieg nicht mehr mit jenem der Verbraucherpreise Schritt halten, sodass die Löhne real um ein halbes Prozent gesunken sind. Dies geschah zum ersten Mal nach zehn Quartalen ununterbrochenen Wachstums der Reallöhne.

Wirtschaftsexperten sehen mehrere Ursachen für den Rückgang der Reallöhne. Im Juni erhielten die Beschäftigten im öffentlichen Dienst eine einmalige Zuwendung in Höhe von 800 Euro, die laut Analytikern die Statistiken verzerrt. Den gleichen Effekt haben ihrer Ansicht nach auch die Energiepreisausgleichszahlungen. Laut Michal Páleník vom Institut für Beschäftigung deuten die Daten darauf hin, dass die Wirtschaft nicht so wächst, wie es die Ökonomen erwartet hätten. Er sieht jedoch vorerst keinen Grund zur Sorge. Páleník zufolge dürfte es im kommenden Quartal aus Sicht der Arbeitsmarktindikatoren wie Arbeitslosigkeit oder Lohnentwicklung zu keinen wesentlichen Veränderungen kommen.

Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Gehälter in einigen Berufsgruppen um mehr als fünf Prozent verschlechtert. In anderen Bereichen stiegen sie hingegen an. Den stärksten Rückgang um mehr als acht Prozent verzeichneten die Beschäftigten im öffentlichen Dienst. Im Gegensatz dazu haben die Beschäftigten im Immobilienbereich am meisten zugelegt. Ihre Kaufkraft stieg um fast sechs Prozent. Experten weisen darauf hin, dass es sich um landesweite Daten handelt, die regionale Unterschiede nicht berücksichtigen. Überdurchschnittliche Einkommen verzeichnet die Region Bratislava, wo die Menschen im Schnitt 2.012 Euro brutto verdienten. Die niedrigsten Einkommen meldet hingegen die Region Prešov, wo der Durchschnittslohn nicht einmal 1.360 Euro erreichte.

Quelle: STVR

Jana Hrbeková, Foto: SITA

Živé vysielanie ??:??

Práve vysielame