Gründer der Kinderinfektologie in der Slowakei vor 100 Jahren geboren

Gründer der Kinderinfektologie in der Slowakei vor 100 Jahren geboren

Ján Virgala zählt zu den Persönlichkeiten der slowakischen Medizin, deren Beitrag mit Tausenden geretteten Kinderleben gemessen wird. Während seines langen aktiven Lebens folgte er stets unermüdlich seiner Berufung – die Gesundheit der Verletzlichsten zu schützen. Am Donnerstag (27.8.) ist ein Jahrhundert seit der Geburt des Gründers der Kinderinfektologie in der Slowakei vergangen.

Der Name Ján Virgala ist zu einem Synonym für Fachlichkeit, Menschlichkeit und unermüdlichen Aufklärung geworden. Dies bewies er schon in der Nachkriegszeit, als er mit Impfungen gegen Epidemien in entlegenen Ortschaften der Ostslowakei kämpfte, bis hin zu dem symbolischen Moment im Jahre 2020, als er zu den ersten, gegen Covid-19 geimpften Menschen zählte.

Ján Virgala wurde am 27. August 1926 in der Gemeinde Bardejovská Nová Ves geboren. Seine Kindheit wurde von der Wirtschaftskrise und später von den Schrecken des 2. Weltkriegs geprägt. Doch gerade diese Erfahrungen, die mit der damaligen hohen Kindersterblichkeit aufgrund von Infektionskrankheiten verbunden waren, prädestinierten seinen professionellen Lebensweg. Das Medizinstudium absolvierte er an der Comenius-Universität in Bratislava und anschließend in Košice.

Die Nachkriegsjahre waren in der Ostslowakei aus epidemiologischer Sicht sehr kritisch. In der Region fehlten Ärzte und Vorbeugungsprogramme, es herrschten schlechte hygienische Bedingungen. Eins der bedeutenden Kapitel im Leben von Ján Virgala war seine Pionierarbeit im Impfbereich. In den 1950er Jahren bedeuteten einige Krankheiten – Kinderlähmung, Halsbräune (Diphtherie), Blauhusten, Masern – ein hohes Todesrisiko oder eine lebenslange Behinderung für slowakische Kinder.

Ján Virgala wurde klar, dass diese Epidemien nur durch flächendeckende Impfungen gestoppt werden konnten. Historische Dokumente sowie Erinnerungen von Zeitzeugen vermitteln das Bild eines Arztes, der mit einer Kühlbox voller Impfstoffe entlegene Ortschaften im Osten des Landes besuchte. Oft musste er nicht nur logistische Hindernisse, sondern auch Misstrauen und die Angst der Eltern überwinden. Seine Ausdauer und Aufklärungskraft brachten schließlich Ergebnisse.

Gerade Ján Virgala und seine Kollegen haben sich darum verdient gemacht, dass die damalige Slowakei 1960 zum ersten Land in der Welt wurde, in dem es gelungen war, die Kinderlähmung gänzlich auszurotten. Nachdem 1966 Virgala zum Chefarzt der Infektologie im Kinderkrankenhaus Košice ernannt wurde, begann sich diese Arbeitsstätte unter seiner Leitung der Diagnostik und Heilung schwerwiegender und wenig bekannter Krankheiten zu widmen. Die Autorität von Ján Virgala, der den Grundstein für eine hohe Impfquote in der Slowakei legte, war in den Fachkreisen unbezweifelbar. Das symbolische Ende der beeindruckenden Geschichte von Ján Virgala kam zur Zeit der globalen Coronapandemie. Als einer der ersten geimpften Menschen in der Slowakei sagte der Infektologe: „Die Impfung ist bei der Pandemiebekämpfung von größter Bedeutung, denn bisher wurde noch nichts Besseres erfunden“. Ján Virgala starb im Oktober 2024 im Alter von 98 Jahren.

Quelle: TASR

Sofia Miklovic, Foto: TASR

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