Am Mittwoch (26.8.) hat die slowakische Regierung einen Gesetzentwurf verabschiedet, mit dem sie die Verfügbarkeit psychoaktiver Substanzen einschränken will. Kinder, Jugendliche und Erwachsene können einige der modernen Designerdrogen in Form von Gummibärchen, Einweg-E-Zigaretten oder getrockneten Cannabisblumen in Selbstbedienungsautomaten kaufen. Die Produkte werden offiziell als Sammlerstücke oder Dekoartikel vertrieben. Anstatt wie bisher einzelne Substanzen zu verbieten, wird der Staat nun genau wie in Deutschland ganze chemische Gruppen regulieren. Verkaufsautomaten sollen komplett von den Straßen verschwinden.
Der slowakische Innenminister Matúš Šutaj Eštok (Hlas-SD) erklärt: „Dieses Gesetz, das von der Gesetzgebung in Deutschland inspiriert ist, besagt, dass es bestimmte generische Gruppen gibt, sodass nicht immer wieder ein neues Produkt verkauft werden kann, das die gesetzlichen Bestimmungen umgeht.“
In der Notaufnahme des Nationalen Instituts für Kinderkrankheiten (NÚDCH) wird fast täglich ein Kind unter dem Einfluss einer süchtig machenden Substanz behandelt. Jakub Gécz, Leiter der Abteilung für pädiatrische Notfallmedizin am Nationalen Institut, ergänzt: „Manchmal halluzinieren sie, nehmen die Realität anders oder gar nicht wahr. Sie sind gefährlich für sich selbst, aber auch für die Menschen in ihrer Umgebung. Sie sind oft aggressiv und ihre eigenen Eltern erkennen sie nicht.“
Laut Marcel Brenner, dem Leiter der Notaufnahme im Nationalen Institut für Notfallmedizin kommen Schwindel, Kopfschmerzen oder Bewusstseinsstörungen, manchmal sogar krampfhafte Aktivitäten, vor. Es sei nicht ungewöhnlich, dass Kinder mehrere süchtig machende Substanzen gleichzeitig kombinieren. Dabei sei jede für sich äußerst gefährlich, da stets das Risiko einer Bewusstseinsbeeinträchtigung bestehe.
Auch der Kinderkommissar Jozef Mikloško begrüßt diesen, wie er sagt, wichtigen Schritt. Die Anbieter werden nicht mehr nur eine Kleinigkeit ändern können, sondern das gesamte Molekül verändern müssen. Ihm zufolge haben ungefähr 16 Prozent der slowakischen Kinder Erfahrung mit synthetischen Cannabinoiden. Die im Gesetz vorgeschlagene Änderung muss noch vom Parlament genehmigt werden. Wenn die Abgeordneten dafür stimmen, treten die Änderungen ab Januar 2027 in Kraft.
Quelle: Správy STVR