Die Gemeinden in der Slowakei seien nicht auf Hitzewellen wie in diesem Sommer vorbereitet, warnt die Slowakische Akademie der Wissenschaften (SAV). Man sei hierzulande nicht an so lange anhaltende hohe Temperaturen im Sommer gewöhnt, die mit Hitzekonzentration und der Bildung von Hitzeinseln einhergehen. Laut Dušana Dokupilová vom Prognoseinstitut der SAV müssten vor allem Städte, insbesondere architektonisch, auf Hitzewellen vorbereitet sein.
Premier Robert Fico (Smer-SD) hat den Städten und Gemeinden zuletzt Hilfen versprochen: „Wir werden eine Form der Entschädigung leisten. Es tut mir leid, aber der Klimawandel ist unübersehbar, und wir müssen mit extremer Dürre und Hitze sowie anschließenden Starkregen rechnen. Es scheint, als sei dies unsere Zukunft, an die wir uns gewöhnen und gegen die wir ankämpfen müssen.“
Der Sommer 2026 brachte der Slowakei extreme Wetterereignisse, darunter eine historische Dürre in drei Vierteln des Landes und heftige Stürme, die im August vor allem in Bratislava und den südlichen und östlichen Regionen erhebliche Schäden verursachten. Nationalratsabgeordneter Michal Sabo von der oppositionellen (PS) kritisiert, dass Fico angesichts der aktuellen Ereignisse nur von Schadensentschädigung spricht: „Es ist sicherlich wichtig, dass der Premierminister den Klimawandel endlich zur Kenntnis genommen hat. Ich frage mich, wo die Diskussion über Prävention bleibt, über Präventionsmaßnahmen, die uns Geld sparen könnten. Wo bleibt die Diskussion über die Stärkung der unzureichenden oder unfertigen Infrastruktur, über die Wasserrückhaltung im Land oder über den vollständigen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen?“
Geht es nach dem slowakischen Städte- und Gemeindeverband (ZMOS) sollte sich die Regierung auf das Problem der Wasserrückhaltung konzentrieren. Die zentrale Frage dabei bleibe aber die Finanzierung, erklärt ZMOS-Vorsitzender Jozef Božik: „Die Mittel müssen in diesem Fall auf alle Maßnahmen zur Wasserrückhaltung konzentriert werden. Angefangen bei der Tatsache, dass die Flächen stets mit wasserdurchlässigem Belag versehen werden, damit das Wasser nicht in die Kanalisation, sondern in den Untergrund abfließt. Hinzu kommen Regengärten und der Bau von Poldern, Feuchtgebieten, Seen, Mooren und Teichen. All das erfordert Geld. Wir sprechen von Milliarden von Euro, die dem Staat derzeit fehlen.“
Indessen kündigte auch Regierungschef Fico an, dass strengere Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserrückhaltung eingeführt werden müssten. Um diese zu finanzieren, will er auch um ausländische Investoren werben.
Quelle: STVR, TASR