Slowakische Kernkraftwerke bislang ohne Beeinträchtigungen

Slowakische Kernkraftwerke bislang ohne Beeinträchtigungen

Die Slowakei gehört zu den Ländern mit einem hohen Anteil an emissionsfreier Kernstromerzeugung, was wesentlich zur Stabilität des heimischen Stromnetzes und zur Energiesicherheit des Landes beiträgt. Die slowakischen Haushalte würden laut dem slowakischen Wirtschaftsministerium den Anstieg der Strompreise nicht spüren, der sich auf den Großhandelsmärkten im Zusammenhang mit der Produktionsbegrenzung einiger Kernkraftwerke in der Region abbildet. Dies sei nur einer von mehreren Faktoren, die den Strompreis beeinflussen. Das Ressort erinnerte daran, dass die Preise der Haushalte reguliert sind und daher kurzfristige Preisbewegungen auf den Großhandelsmärkten nicht auf die Rechnungen der Endverbraucher durchschlagen. Zudem leistet der Staat seit Anfang dieses Jahres gezielte Energiehilfen für Haushalte, die mit höheren Energiekosten nur schwer zurechtkommen würden. Auch auf diese Weise werde sichergestellt, dass mögliche Preisschwankungen möglichst geringe Auswirkungen auf die schwächsten Bevölkerungsgruppen haben.

Ähnlich verhalte es sich laut Ministerium auch mit den Unternehmen. Viele Betriebe kaufen Strom über langfristige Verträge ein, die sie vor kurzfristigen Preisschwankungen schützen. Obwohl einige Verbraucher Strom zu aktuellen Marktpreisen kaufen, handelt es sich auch bei ihnen um ein normales Marktrisiko, das von mehreren Faktoren beeinflusst wird, nicht nur von der vorübergehenden Einschränkung der Produktion in einem oder mehreren Kraftwerken.

„Sollten extreme Hitze und damit verbundene Beschränkungen der Stromproduktion in mehreren Ländern gleichzeitig über einen längeren Zeitraum anhalten, könnten sie Druck auf höhere Großhandelspreise für Strom ausüben. Ihre tatsächlichen Auswirkungen hängen jedoch immer von der Gesamtsituation auf dem europäischen Markt und von der Entwicklung weiterer Einflussfaktoren auf den Strompreis ab“, so das Wirtschaftsministerium.

Nach neuesten Daten produziert das Kernkraftwerk Paks im benachbarten Ungarn aktuell nur 230 Megawatt statt der Nennleistung von 2.000 Megawatt. Die außergewöhnliche Situation wird durch die extrem hohen Temperaturen und einen Rekordtiefstand der Donau verursacht. Auch das rumänische Kernkraftwerk Cernavodă hat Probleme durch den Mangel an Kühlwasser. Extreme Hitze und Dürre wirken sich auch in anderen europäischen Ländern auf die Stromproduktion aus, beispielsweise wurden in Frankreich drei Reaktoren wegen hoher Temperaturen abgeschaltet.

Nach Angaben des Betreibers Slovenské elektrárne laufen die slowakischen Kernkraftwerke weiterhin ohne Einschränkungen. Laut dem Wirtschaftsjournalisten Oliver Brunovský komme die Slowakei dank der Kühltürme bei Jaslovské Bohunice und Mochovce gut zurecht, doch der slowakische Energiesektor sei von dieser Krise nicht gänzlich ausgenommen. Die Schaffung eines idealen Energiemixes, der nicht nur Wetterschwankungen, sondern auch verschiedenen strategischen Manövern der Energiemächte zuverlässig standhält, stelle eine große Herausforderung dar.

Quelle: SITA, DenníkN

Kay Zeisberg, Foto: TASR

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