Wild bewachsene Flächen könnten bei Bewältigung der Dürre helfen

Wild bewachsene Flächen könnten bei Bewältigung der Dürre helfen

In der Slowakei verwildern 300.000 Hektar landwirtschaftliche Fläche. Dabei könnte diese Fläche in Zeiten des Klimawandels den Landwirten helfen, den Futtermittelmangel zu bewältigen, Chancen für junge Landwirte zu schaffen und gleichzeitig wertvolle Wiesen, Weidewälder und Trinkwasserquellen in die Landschaft zurückzubringen. Darüber berichtet die slowakische Naturschutzorganisation BROZ.

Die Flächen begannen zu verwildern, nachdem deren Bewirtschaftung eingestellt wurde. Dies geschah vor allem aufgrund geringer wirtschaftlicher Rentabilität, komplizierter Eigentumsverhältnisse oder unzureichender Fördermaßnahmen für die Bewirtschaftung in benachteiligten Gebieten, erklärt BROZ-Sprecherin Andrea Froncová. Bei den betroffenen Flächen handelt es sich vor allem um ehemalige Wiesen, Weiden und Obstgärten, die von selbst ausgesäten Gehölzen überwuchert wurden. Obwohl sie im Kataster weiterhin als landwirtschaftliche Flächen geführt werden, dienten sie nicht mehr ihrem ursprünglichen Zweck. Diese sogenannten „weißen Flächen“ machten heute fast 13 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche der Slowakei aus.

Auch laut dem Verband für ökologische Landwirtschaft Ekotrend Slovakia könnten diese Flächen nach ihrer Revitalisierung bestehenden landwirtschaftlichen Betrieben helfen und zugleich jungen, angehenden und kleineren Landwirten Zugang zu Land verschaffen. Laut dessen Vorsitzenden Maroš Kminiak könnten wir es uns in einer Zeit, in der Landwirte aufgrund der Dürre ihre Ernten und Futtervorräte verlieren, nicht leisten, verwilderte landwirtschaftliche Flächen weiterhin zu ignorieren. Dem Verband zufolge verwildern an vielen Orten in der Slowakei Wiesen und Weiden, die jahrhundertelang durch regelmäßige Bewirtschaftung gepflegt wurden. Wenn sie nicht mehr gemäht oder beweidet werden, werden sie nach und nach von hohem Gras und selbst ausgesäten Gehölzen überwuchert. Blühende Pflanzen verlieren dadurch den Zugang zum Licht und verschwinden nach und nach. In der Folge komme es auch zu einem Rückgang von Schmetterlingen, wild lebenden Bienen und anderen Bestäubern sowie Vögeln und vielen anderen Tieren, die von nicht bewaldeten Lebensräumen abhängig sind.

Die Naturschutzorganisation BROZ hat bereits in Zusammenarbeit mit lokalen Landwirten rund 2.500 Hektar verlassene landwirtschaftliche Flächen in der Slowakei wiederbelebt. Auf die Notwendigkeit, das Problem der „weißen Flächen“ anzugehen, machte auch die Kampagne „Pestrá krajina“ (Vielfältige Landschaft) aufmerksam, die von der Slowakischen Ornithologischen Gesellschaft SOS/BirdLife Slovensko und BROZ mit Unterstützung des Agro-Ökoforums ins Leben gerufen wurde. Das Investitionsministerium bereitet derzeit die Prioritäten für den neuen Förderzeitraum der EU-Fonds nach 2027 vor. Laut Jozef Ridzoň von SOS/BirdLife Slovensko müssten gerade jetzt ausreichende Mittel für die Landwirtschaft, die Entwicklung des ländlichen Raums und den Naturschutz bereitgestellt werden, damit beispielsweise auch die behutsame Renaturierung von „weißen Flächen“ gefördert werden könne.

Quelle: STVR

Jana Hrbeková, Foto: TASR

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