Erfolge im Kampf gegen vorgetäuschte Arbeitsunfähigkeit

Erfolge im Kampf gegen vorgetäuschte Arbeitsunfähigkeit

Die slowakische Sozialversicherung verzeichnet weitere Erfolge im Kampf gegen vorgetäuschte Arbeitsunfähigkeit. Auch im ersten Halbjahr dieses Jahres ging deren Zahl zurück, wodurch der Anteil der Arbeitsunfähigen erstmals unter die Drei-Prozent-Marke sank. Die Erfolge sind auf eine Verschärfung der Vorschriften zurückzuführen, die seit Januar 2025 in Kraft sind. Dadurch habe man bereits 144 Millionen Euro eingespart, so der slowakische Arbeitsminister, Erik Tomáš.

Im Vergleich mit dem gleichen Zeitraum des Vorjahres sank die Zahl der Arbeitsunfähigkeitsmeldungen um durchschnittlich 12.000 pro Monat. Noch deutlicher ist der Unterschied im Vergleich zum Jahr 2024, also dem Zeitraum vor der Einführung der Gesetzesänderungen. Im Durchschnitt seien laut Tomáš die Krankmeldungen im Vergleich zu 2024 monatlich um 23.000 zurückgegangen.

Der Arbeitsminister hob auch den allmählichen Rückgang des Anteils der Krankmeldungen an der Gesamtzahl der bei der Sozialversicherung registrierten Versicherten hervor. Während dieser Prozentsatz im Jahr 2024, also noch vor den Gesetzesänderungen, bei 3,7 Prozent gelegen sei, habe man ihn im Jahr 2025 bereits auf etwa 3,3 Prozent gesenkt. Im ersten Halbjahr 2026 liege man zum ersten Mal in der Geschichte unter 3 Prozent.

Die Veränderungen wirken sich laut Tomáš positiv auf die öffentlichen Finanzen aus. Ein Vergleich der ersten Halbjahre 2025 und 2026 zeigt Einsparungen in Höhe von 72 Millionen Euro, im Vergleich zum Jahr 2024 belaufen sich die Einsparungen auf 144 Millionen Euro, so der Minister. Er fügte hinzu: „Der Staat spart dadurch, dass er kein Krankengeld auszahlt, und spart anschließend dadurch, dass die Menschen zur Arbeit gehen, Sozial- und Krankenversicherungsbeiträge abführen und Steuern zahlen. Das ist der positive Effekt auf die öffentlichen Finanzen. Wenn wir in diesem Tempo weitermachen, werden wir dem Staat im Jahr 2026 im Vergleich zu 2024 fast 300 Millionen Euro einsparen.“

Laut Tomáš ist auch der Informationsaustausch zwischen Systemen und Institutionen wichtig. Daher werde daran gearbeitet, dass sowohl die Gutachter der Arbeitsbehörde als auch Mitarbeiter der Sozialversicherung Zugriff auf die sogenannte elektronische Mitarbeiterkarte namens eZdravie („e-Gesundheit“) haben. In diesem Zusammenhang erklärte der Generaldirektor der slowakischen Sozialversicherung, Michal Tariška: „Wir haben es geschafft, Gesetzesänderungen vorzubereiten und, wie der Herr Minister bereits sagte, in die Praxis umzusetzen. Wir haben es geschafft, unsere Ärzte, unsere Gutachterärzte in das eZdravie-System zu integrieren. Was äußerst wichtig ist, das sagte zum Abschluss auch der Herr Minister, ist, Sozial- und Gesundheitsdaten miteinander zu verknüpfen. Einfach ausgedrückt: Es ist nötig, dass unsere Ärzte eZdravie als zentrale Informationsquelle betrachten, damit wir so schnell wie möglich auf Papierberichte, auf Arztbriefe auf Papier verzichten können.“

Die gesetzliche Regelung, die diese Vernetzung ermöglicht, sei bereits in Kraft, und nun müsse daran angeknüpft werden. Laut Tariška gelte es nun dafür zu sorgen, dass diese Daten eingesehen werden können und umgekehrt, dass auch das Gutachtenregister in eZdravie integriert werde. Gleichzeitig lobte er nicht nur die Gutachter, sondern auch die anderen Ärzte für ihre Zusammenarbeit bei diesen systemischen Veränderungen.

Quelle: TASR

Jakob Horsch, Foto: TASR

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