Gesundheitsministerium steht vor Problemen durch Mangel an Krankenschwestern

Gesundheitsministerium steht vor Problemen durch Mangel an Krankenschwestern

Das Uni-Klinikum in der viertgrößten Stadt der Slowakei Nitra hat am 20. Juli einen Teil der internen Abteilung schließen müssen. Hinter der Entscheidung steht der eklatante Mangel an Krankenschwestern und anderem Pflegepersonal. Nach Angaben der Slowakischen Kammer der Krankenschwestern und Hebammen (SK SaPA) fehlen hierzulande ungefähr 15.000 Krankenschwestern, Tendenz steigend. Die Präsidentin der Kammer Iveta Lazorová kritisiert das Unvermögen des Staates, Abhilfe zu schaffen: „Während die Tschechen bereits seit zehn Jahren ihr Ukraine-Programm haben, bei dem zunächst die Sprache erlernt wird und dann, wie das Gesundheitssystem und die fachlichen Tätigkeiten funktionieren, um anschließend die so ergänzte Ausbildung anzuerkennen, haben wir hier nichts gemacht.“

Veronika Daničová, Pressesprecherin des Gesundheitsministeriums, erklärte für die Nachrichtensendung Rádiožurnál des Slowakischen Rundfunks die Situation wie folgt: „Wenn wir eine Lösung identifizieren, die sich umsetzen lässt und die das slowakische Gesundheitswesen durch Krankenschwestern aus dem Ausland stärkt, werden wir bereit sein, sie zu implementieren.“

Die in der Ukraine erworbene Ausbildung entspricht nicht den Anforderungen der einschlägigen EU-Richtlinie. In ihrer Programmerklärung hat sich die slowakische Regierung des Ministerpräsidenten Robert Fico im Herbst 2023 verpflichtet, mithilfe einer gesteuerten Migrationspolitik solchen Ausländern, die den Sicherheitsanforderungen entsprechen, eine helfende Hand zu reichen, damit sie sich kulturell wie auch beruflich ins Leben in der Slowakei eingliedern können – einschließlich der Hilfe bei der Anerkennung ihrer fachlichen Qualifizierung.

Die Vorsitzende der Internationalen Assoziation der Ärzte und des Gesundheitspersonals in der Slowakei Alona Kurotová sagt, dass hierzulande langfristig der Impetus fehle, ukrainische Krankenschwestern einzubinden. Sie selbst habe erlebt, dass beim Krankenhausaufenthalt ihrer Tochter in der Slowakei die in der Ukraine als Krankenschwestern ausgebildeten Frauen im Reinigungsdienst arbeiteten. Dabei hat die Krankenschwestern- und Hebammenkammer bereits im Herbst 2024 gewarnt, dass 20 Prozent der im slowakischen Gesundheitswesen arbeitenden Krankenschwestern 59 Jahre und älter seien, sogar die Hälfte aller Krankenschwestern sei demnach über 50.

Quelle: Rádiožurnál SRo, www.sksapa.sk, www.vlada.gov.sk
Juraj Gigac; Foto: STVR

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