Russische Cyberangriffe auf die Slowakei – Regierung reagiert bislang nicht

Russische Cyberangriffe auf die Slowakei – Regierung reagiert bislang nicht

Die russische Hackergruppe Turla hat nach Angaben der Europäischen Union auch die Slowakei angegriffen. Ziele waren kritische Infrastruktur, der Energiesektor sowie die Rüstungsindustrie. Die Angriffe wurden vom Außenministerium, dem Investitionsministerium und der Nationalen Sicherheitsbehörde (NBÚ) bestätigt.

Die EU verhängte daraufhin die bisher umfangreichsten Sanktionen gegen russische Hacker, die mit Geheimdiensten in Verbindung stehen. Während mehrere Mitgliedstaaten mit der Einbestellung russischer Botschafter reagierten, hat die slowakische Regierung bislang keine diplomatische Reaktion angekündigt.

Die Nationale Sicherheitsbehörde veröffentlichte bereits vorige Woche eine Stellungnahme in den sozialen Medien. Darin schloss sich die Slowakei den Erklärungen der EU und der NATO an und verurteilte die russischen Cyberangriffe eindeutig. Wie das Außenministerium mitteilte, unterstützte die Slowakei zugleich die Verhängung von EU-Sanktionen gegen Personen und Organisationen, die an diesen Aktivitäten beteiligt sind.

Die russische Hackergruppe Turla zählt laut dem Experten für digitale Sicherheit beim Unternehmen ESET Ondrej Kubovič zu den ältesten und raffiniertesten Cyber-Spionagegruppen. In den angegriffenen Systemen kann sie über Jahre hinweg unentdeckt bleiben und Daten sammeln. Die gewonnenen Informationen leitet sie anschließend an russische Sicherheitsstrukturen weiter. Kubovič erklärte: „Sobald sie beispielsweise einen Zugang oder eine sensible Information über ein Unternehmen oder eine Organisation weitergeben, können diese für einen zerstörerischen Angriff, eine Gegenkampagne oder etwa für Propagandazwecke missbraucht werden.“

Die Opposition fordert den Ministerpräsidenten Robert Fico (Smer-SD) auf, den Sicherheitsrat einzuberufen, und verlangt gleichzeitig von Außenminister Juraj Blanár (SMER-SD), den russischen Botschafter vorzuladen und eine Erklärung zu verlangen. Der stellvertretende Vorsitzende der Oppositionspartei PS Ivan Korčok nimmt die Untätigkeit staatlicher Stellen in dieser Situation als eine Gefährdung der Sicherheit der Slowakei wahr. Die außerparlamentarische Partei Demokrati bezeichnete den Angriff der Hackergruppe als einen schwerwiegenden Sicherheitsvorfall. Sie fordert die Regierung auf, unverzüglich das weitere Vorgehen mit den Partnern in der NATO und der Europäischen Union abzustimmen.

Parlamentschef Richard Raši (Hlas-SD) teilte am Dienstag (21.7.) mit, dass ihm kein offizieller Antrag auf die Einberufung einer außerordentlichen Parlamentssitzung wegen der Cyberaktivitäten der Russischen Föderation vorliege. Das slowakische Außenministerium erklärte, dass es die schädlichen Cyberaktivitäten, die mit dem 16. Zentrum des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB in Verbindung gebracht werden, äußerst ernst nehme.

Quelle: STVR, TASR
Marika Antašová; Foto: TASR

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