Der Volkswagen-Konzern mit seinem Hauptsitz im niedersächsischen Wolfsburg in Deutschland plant Werksschließungen und Entlassungen, weltweit bis zu 100.000. Geplant sind ab 2031 nachhaltige Kostensenkungen, um der massiven Krise zu begegnen. Ebenso massiv sind derzeit naturgemäß die Proteste an deutschen VW-Standorten. Für die Slowakei hingegen könnten das aber gar nicht unbedingt schlechte Nachrichten sein. Denn VW möchte einen Teil der Produktion verlagern. Wie die STVR-Hauptnachrichten mitteilten, trat der Aufsichtsrat am Donnerstagnachmittag (9.7.) zusammen, um über die Reduzierung einiger Automodelle und über Massenentlassungen zu entscheiden.
Der SPIEGEL hatte berichtet, dass die Werke in Zwickau und Emden, später in Hannover und schließlich auch in Neckarsulm innerhalb von fünf Jahren geschlossen werden sollen. Dadurch würden allein dort innerhalb von vier Jahren rund 50.000 Arbeitsplätze wegfallen. Volkswagen hat über 600.000 Beschäftigte. Die Lage in der Slowakei betrifft der angedachte Konzernumbau jedoch möglicherweise nicht mit negativen Auswirkungen. Demnach setze Volkswagen darauf, dass einige Modelle, die derzeit in Deutschland produziert werden, schrittweise in kosteneffektivere osteuropäische Werke verlagert werden, darunter in das VW-Werk Bratislava oder auch in das Audi-Werk im ungarischen Győr.
Die deutsche VW-Produktion sucht indes nicht nur nach Einsparpotentialen, sondern auch nach anderen wirtschaftlichen Verwertungsmöglichkeiten, beispielsweise die Herstellung und Lieferung an Rüstungsunternehmen. Laut Medienberichten herrscht derzeit im Aufsichtsrat allerdings heftiger Streit über die endgültige Ausgestaltung der Maßnahmen. Auch das sogenannte VW-Gesetz, welches dem deutschen Bundesland Niedersachen bislang viel Einfluss garantiert, gerät offenbar in die Debatte. In der Slowakei wird angesichts der Entwicklungen hinsichtlich der hinter Herstellern aus anderen Kontinenten zunehmend unter Modernisierungs- Effektivitäts- und Zolldruck geratenden europäischen Automobilbrache genau beobachtet, wie Volkswagen Slovakia künftig aufgestellt sein könnte.
Quelle: Správy STVR
VW will Konzern umbauen – möglicherweise nicht zum Nachteil der Slowakei
10. 07. 2026 10:30 | Tagesthema
Kay Zeisberg; Foto: STVR
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