Die Vertreter der Visegrád-Länder kamen am Dienstag (30.6.) im ungarischen Balatonfüred in einem erweiterten Format zusammen - mit Bulgarien, Kroatien, Rumänien und Slowenien.
Der slowakische Landwirtschaftsminister Richard Takáč (Smer-SD) betonte dabei die Notwendigkeit eines gemeinsamen Vorgehens bei der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik nach 2027. Der Ressortchef erklärte: „Unsere Länder verbinden eine ähnliche Struktur der Landwirtschaft, vergleichbare natürliche Bedingungen und dieselben Herausforderungen. Wenn wir gemeinsam auftreten, haben wir innerhalb der EU eine deutlich stärkere Stimme, um die Interessen unserer Landwirte, der Lebensmittelproduzenten und der Forstwirte zu vertreten.“
Die Teilnehmer des Treffens, das vom ungarischen Landwirtschaftsminister Szabolcs Bóna ausgerichtet wurde, nahmen zwei Erklärungen an. Die eine konzentriert sich auf ein wirksameres Krisenmanagement im Agrarsektor und wurde neben den Ressortchefs der Visegrád-Staaten – also Tschechien, Ungarn, Polen und der Slowakei – auch von Vertretern Bulgariens, Kroatiens und Rumäniens unterzeichnet. Die andere Erklärung der V4-Staaten, Kroatiens und Rumäniens unterstützt eine engere Zusammenarbeit im Bereich der Bioökonomie sowie gemeinsame Lösungen zur Bewältigung extremer Wetterereignisse, insbesondere von Dürren.
Bei der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik betont die Slowakei die Notwendigkeit, ein ausreichendes Budget zu erhalten und sicherzustellen, dass die Finanzmittel unmittelbar dem Agrarsektor zugutekommen. Wie Minister Takáč unterstrich, steht die Landwirtschaft vor den Herausforderungen des Klimawandels, neuer Tierseuchen sowie steigender Anforderungen an die Ernährungssicherheit. Ohne eine stabile und ausreichende Finanzierung werde es nicht möglich sein, diese Herausforderungen zu bewältigen. Nach den Worten des Ressortchefs lehnt die Slowakei eine verpflichtende Obergrenze für Direktzahlungen ab. Zudem spricht sie sich dafür aus, die Lebensmittelwirtschaft weiterhin als Bestandteil der Gemeinsamen Agrarpolitik zu erhalten, die Förderinstrumente stärker an den Bedürfnissen der produktiven Sektoren auszurichten und die Regeln für die Inanspruchnahme europäischer Fördermittel so anzupassen, dass sie den tatsächlichen Bedingungen bei der Umsetzung von Investitionen entsprechen.
Takáč erklärte: „Wollen wir die Ernährungssicherheit Europas gewährleisten, müssen wir nicht nur wirksame Regeln, sondern auch ausreichende finanzielle Reserven zur Bewältigung von Krisen bereithalten.“
Quelle: TASR