Hitzewellen und Klimawandel: Trinkwasserprobleme in der Slowakei

Hitzewellen und Klimawandel: Trinkwasserprobleme in der Slowakei

Während der momentanen Hitzewelle sind mehrere Dörfer in der Nähe von Košice ohne Trinkwasser geblieben. Die Wasserknappheit im Dorf Ruskov etwa ist seit Jahren evident: „Es gibt hier ein generelles Problem mit dem Grundwasser. Menschen, die ihr ganzes Leben lang Wasser aus zehn, zwölf, fünfzehn Meter tiefen Brunnen hatten, haben plötzlich keins mehr. Die einzig mögliche Lösung ist der Bau einer Fernwasserleitung,“ meint Bürgermeister Martin Smrčo.

Bereits zwei Drittel des Dorfes seien ohne Wasser, die Wasserquelle reiche nicht für alle angeschlossenen Haushalte. Daher hat das Wasserwerk drei Container mit Trinkwasser geliefert. In den kommenden Tagen werden auch die Grundschule und der Kindergarten von der Wasserversorgung abgeschnitten und stellen zeitweilig den Unterricht bzw. die Betreuung ein.

Bis zum Bau neuer Versorgungsleistungen müssen die Bewohnerinnen und Bewohner mehrerer slowakischer Gemeinden infolge des Klimawandels immer wieder mit Wasserausfällen und ausgetrockneten Brunnen leben. Eine ähnliche Situation herrscht auch in der Region Záhorie. In einzelnen Gemeinden ist es verboten, Leitungswasser zum Bewässern von Gärten, zum Befüllen von Schwimmbecken oder für die Autowäsche zu verwenden. In der Westslowakei droht infolge der momentanen Hitzewelle und der langfristigen Erwärmung eine Wasserknappheit.

Betroffen sind vor allem solche Gemeinden, die auf Quellwasser angewiesen sind. Während dessen Ergiebigkeit abnimmt, steigt der allgemeine Wasserverbrauch, erklärt der Bürgermeister der Gemeinde Borský Mikuláš, Róbert Macek: „Der Durchschnittsbürger merkt es gar nicht, aber die Tabellen und Statistiken, die mir die Bratislavaer Wasserversorgungsgesellschaft speziell für unsere Gemeinde zur Verfügung gestellt hat, zeigen, dass wir eine drei- bis fünffache Überziehung haben im Vergleich zu normalen Tagen.“

Der Bürgermeister sagt, dass der Brunnen, der die Gemeinde Borský Mikuláš mit Wasser versorgt, seit Jahren nicht saniert wurde. Obwohl die Zahl der Häuser stetig zunimmt, bleibe die Wassermenge, die der Brunnen liefert, unverändert. In manchen Gemeinden gelten aktuell Beschränkungen für die Wasserentnahme – vorerst bis zum 3. Juli. Sollte sich die Lage weiter verschlechtern, müssen die Bewohnerinnen und Bewohner mit Wasser aus Tankwagen versorgt werden.

Quelle: Správy STVR
Kay Zeisberg; Foto: TASR

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