Gestrichene Züge wegen Lokführermangel

Gestrichene Züge wegen Lokführermangel

In der Slowakei mangelt es an Lokführern. Die slowakische Eisenbahngesellschaft ZSSK hat aus diesem Grund bereits mehrere Züge von Bratislava nach Galanta gestrichen. Um den Beruf attraktiver zu machen, bieten die Bahnen eine Einstellungsprämie von bis zu viertausend Euro an.

Die staatliche Eisenbahngesellschaft beschäftigt derzeit mehr als 1 200 Lokführer. Ihre Rekrutierung stellt eine langfristige Herausforderung dar, da die Ausbildung fast zwei Jahre dauert. Die Leiterin der Kommunikationsabteilung der Bahn Jana Pôbišová erklärte, dass derzeit 134 künftige Lokführer ausgebildet werden.

„Seit Anfang des vergangenen Jahres ist die Zahl der aktiven Lokführer im Einsatz um 60 gestiegen, während der Personalbedarf gleichzeitig um 24 Stellen gesunken ist. Der Mangel an Lokführern hat sich somit um 84 Mitarbeiter verringert. Der Beruf des Lokführers gehört zu den Berufen, in denen neue Mitarbeiter nicht von heute auf morgen ausgebildet werden können.“

Das Unternehmen Alma Career, das einige Jobportale betreibt, verzeichnet einen Rückgang der Stellenangebote für Lokführer. Der Arbeitsmarktanalyst Martin Szabo sagt, dass es im Jahr 2024 noch durchschnittlich 43 pro Monat waren. In diesem Jahr sind es 24.

„Das in Stellenanzeigen angebotene Gehalt ist im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum des Vorjahres, also von Januar bis Mai, ebenfalls nur sehr leicht gestiegen, und zwar um 2,3 Prozent. Dabei stieg das durchschnittlich angebotene Gehalt im Vergleichszeitraum insgesamt um 7,2 Prozent.“

Nach Angaben der ZSSK sind die Gründe für die Kündigungen von Lokführern unterschiedlich. Der Vizepräsident des slowakischen Lokführerverbands Peter Dubovský behauptet jedoch, dass die Kündigungen vor allem auf die Lohn- und Arbeitsbedingungen zurückzuführen seien.

„Es geht um diese berühmten Kameras in den Führerständen der Lokführer, von denen sich jemand ausgedacht hat, dass sie angeblich zur Sicherheit beitragen würden. Damit verbunden ist ein sehr ernstes Problem, das dadurch entstanden ist, nämlich die Frustration darüber, dass wir als Lokführer in den sozialen Netzwerken von Leuten, die eigentlich für Sicherheit sorgen sollten, einem Lynchmob ausgeliefert wurden.“

Nach Angaben der ZSSK beträgt das durchschnittliche Bruttogehalt eines Lokführers mehr als 2.300 Euro, was einem Nettogehalt von etwa 1.700 Euro entspricht. Das Einstiegsgehalt eines unerfahrenen Lokführers ohne Berufserfahrung liegt jedoch bei nicht einmal 900 Euro netto.

Quelle: STVR
Jana Hrbeková; Foto: TASR

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