Sie versuchen, Menschen in ihrer schwierigsten Situation zu betrügen. Eine neue Betrugsmasche breitet sich in der Slowakei aus. Diesmal sind die Opfer die Angehörigen von Verstorbenen. Die Betrüger nutzen dabei deren besondere Verletzlichkeit in der Trauersituation aus. Sie rufen nach der Beerdigung an und geben sich etwa als Mitarbeiter des Bestattungsunternehmens aus, das die Trauerfeier ausgerichtet hat, so der Bestatter Tomáš Stríž: „Sie wollen, dass die Angehörigen keine großen Summen, sondern kleinere Beträge bezahlen. Zehn, fünfzehn, zwanzig Euro. Angeblich für Kränze oder weil noch etwas für den Priester oder die Musik zu zahlen sei. Und wenn man wegen der Beerdigung und dem Tod eines geliebten Menschen gestresst ist, denkt man: ‚Oh Gott, das bezahle ich lieber sofort‘“
Wie Tomáš Stríž ergänzt, sei der Name seines Bestattungsunternehmens in den letzten zwei Monaten bereits einige Male für solche Betrügereien missbraucht worden. Die Betrüger diktieren oder übermitteln dabei telefonisch ihre Kontonummer und fordern die schnellstmögliche Überweisung des Geldes.
Das slowakische Amt für Datenschutz geht davon aus, dass Betrüger Informationen über den Verstorbenen und seine Familie beispielsweise über Online-Parten, Kondolenzlisten und Friedhofswebseiten erhalten. Anschließend suchen sie im Internet nach den Kontaktdaten eines Hinterbliebenen. Oftmals werden diese Informationen auch von den Hinterbliebenen selbst auf Webseiten oder in sozialen Netzwerken veröffentlicht, so das Amt für Datenschutz.
Die Polizei empfiehlt, solche Anfragen direkt mit dem Bestattungsunternehmen abzuklären, das die Beerdigung organisiert hat. Die Sprecherin des slowakischen Polizeipräsidiums, Lea Vilhanová: „Geld sollte niemals aufgrund eines Telefonats überwiesen oder übergeben werden, ohne die Informationen gründlich zu prüfen. Es ist wichtig, keine persönlichen Daten oder Zahlungskarten-Informationen preiszugeben und nicht auf Aufforderungen zu Schnellzahlungen zu reagieren.“
Der slowakische Verband der Bestattungsdienste unterstreicht zudem, dass Bestattungsunternehmen in der Regel den vollen Betrag im Voraus verlangen. Die Polizei weist darauf hin, dass man sich bei Betrugsverdacht melden sollte.
Quelle: STVR