Krise im Weinbau: Gefährliche Krankheit befällt Großteil slowakischer Rebflächen

Krise im Weinbau: Gefährliche Krankheit befällt Großteil slowakischer Rebflächen

Die gefährliche Goldgelbe Vergilbung hat die meisten slowakischen Weinberge befallen. Die Behörden haben in zwölf Bezirken eine Quarantäne verhängt. Hervorgerufen wird die Krankheit durch zellwandlose Bakterien, sogenannte Phytoplasmen. Diese führen bei Weinreben zu einer goldgelben Vergilbung. Eine Übertragung zwischen einzelnen Rebstöcken erfolgt über die Amerikanische Rebzikade. Die Winzerinnen und Winzer in der Slowakei sind bemüht, die Krankheit aktiv zu bekämpfen. Befallene Rebstöcke müssen vollständig entfernt werden, was bereits erhebliche Schäden verursacht hat, so der Vorsitzende der westslowakischen Weinbaugenossenschaft Karpaty, Lukáš Krasňanský: „Wir haben hier in Pezinok bereits zehn Hektar Weinberge gerodet. Ich werde sechs bis sieben Jahre auf die Ernte warten. Ich fürchte, dass wir dann nicht mehr sagen können, dass die Slowakei ein Weinbauland ist.“

Laut vielen Winzern ist dies die kritischste Situation, die der Weinbau in der Slowakei je erlebt hat. Bisher stehen bereits rund 75 Prozent der hiesigen Rebflächen unter Quarantäne. In der Slowakei werden derzeit etwa 10.500 Hektar Rebfläche bewirtschaftet. Die tatsächlich produktive und aktiv bewirtschaftete Fläche liegt jedoch deutlich darunter und wird auf etwa 7.500 Hektar geschätzt.

Um den Überträger der Goldgelben Vergilbung, die Amerikanische Rebzikade, zu bekämpfen, müssen strenge Maßnahmen ergriffen werden, die außerdem sehr teuer sind. So kostet das Spritzmittel gegen den Schädling bis zu 80 Euro pro Hektar. Für die Rodung eines Hektars befallener Rebfläche müssen laut Winzer Krasňanský ebenfalls tausende Euro aufgewendet werden. Auch deshalb bitten die slowakischen Winzerinnen und Winzer nun den Staat um finanzielle Unterstützung. Sofern es die Mittel aus dem Staatshaushalt zulassen, werde das Ministerium eine Ausschreibung zur Erstattung der Kosten für die Rodung der Reben in Erwägung ziehen, so das slowakische Landwirtschaftsministerium in einer Stellungnahme. Eine Ausschreibung für staatliche Beihilfen zum Kauf von Rebenschutzmitteln soll voraussichtlich spätestens Mitte August gestartet werden.

Quelle: STVR, bmluk.gv.at

Jürgen Rendl, Foto: Wikimedia/Josef Klement

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