Junge Arbeitslose kosten das Land jährlich Millionen Euro

Junge Arbeitslose kosten das Land jährlich Millionen Euro

In der Slowakei sind rund 98.000 Menschen im Alter zwischen 18 und 29 Jahren weder erwerbstätig noch in Ausbildung oder beruflicher Weiterbildung. Jeder nicht erwerbstätige junge Mensch kostet den Staatshaushalt dabei durchschnittlich 9.000 Euro pro Jahr an entgangenen Steuern, Sozialabgaben und ausgezahlten Sozialleistungen. Darauf weist der Slowakische Jugendrat (RmS) hin. Die Lösung besteht seiner Ansicht nach in der Einrichtung von Einheitlichen Anlaufstellen, die diesen Menschen entweder bei der Arbeitssuche helfen oder ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern. Für deren Einrichtung können die Regionen in Kürze EU-Fördermittel in Anspruch nehmen.

Wie Juraj Lizák, der Büroleiter des Jugendrates erklärte, stehe man derzeit an einem entscheidenden Punkt. Das Arbeitsministerium bereitet eine Ausschreibung im Rahmen des Programms Slowakei vor, die in den kommenden Jahren veröffentlicht wird. Dadurch haben die Selbstverwaltungsregionen die Möglichkeit, Mittel für die Einrichtung moderner Unterstützungszentren zu beantragen und damit den negativen Trend umzukehren. Als Beispiel für eine gelungene Umsetzung nannte er die Selbstverwaltungsregion Banská Bystrica. Dort sind seit 2022 insgesamt sieben SPACE-Zentren tätig, die als einheitliche Anlaufstellen dienen und jungen Menschen umfassende Dienstleistungen wie Berufsberatung und psychosoziale Unterstützung bieten. Dort wurden von Januar 2024 bis April 2026 über 8.500 Beratungsgespräche für über 8.900 Klienten durchgeführt, die sich weder in Ausbildung befanden noch einen Job hatten. Davon wurden 127 erfolgreich beschäftigt, 25 kehrten in die Schule zurück und 13 machten eine Umschulung.

Wie die Erfahrungen aus Banská Bystrica zeigen, sind 66 Prozent der jungen Leute nicht beim Arbeitsamt registriert. Deshalb müssen sie in Feldarbeit gesucht werden. Laut Lizák ist die Investition in die Förderung junger Leute eine notwendige Wirtschaftsmaßnahme. Wenn diese nämlich aus dem System fallen, geht nicht nur ihr Potenzial verloren, sondern sie belasten auch das Sozial- und Gesundheitssystem. Zudem könnten diese jungen Leute laut dem Jugendrat zur demografischen Stabilität beitragen und die Abwanderung ins Ausland lindern. Dazu kommt, dass junge Erwachsene ohne Job anfälliger für Kriminalität und Radikalisierung sind.

In der Slowakei sind über 10 % der jungen Leute nicht in Ausbildung, Arbeit oder Schulung (NEET), was dem EU-Durchschnitt mit 10,7 % entspricht. In den Regionen Prešov oder Banská Bystrica erreicht ihr Anteil jedoch bis zu 25 %.

Quelle: TASR

Kerstin Plaschke-Jakubik, Foto: TASR

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