Slowakei verbessert sich im EU-Wohlstandsindex

Slowakei verbessert sich im EU-Wohlstandsindex

Im aktuellen Wohlstandsindex ist die Slowakei im Vergleich zum Vorjahr um einen Platz auf Rang 23 unter den 27 Ländern der Europäischen Union vorgerückt. Trotz dieser leichten Verbesserung bleibt das Land weiterhin im unteren Bereich der Rangliste und hinkt vor allem in Bezug auf die Wirtschaftsleistung hinterher. Die Slowakei wird 2026 zu den am langsamsten wachsenden Volkswirtschaften Mitteleuropas gehören. Dies geht aus der vierten Ausgabe des Wohlstandsindex hervor, den die Slowakische Sparkasse (SLSP) am Donnerstag vorgestellt hatte. Mária Valachyová, Chefökonomin der Slowakischen Sparkasse, erläuterte die Gründe für die leichte Verbesserung der Slowakei beim Wohlstandsindex: „Die Situation der Haushalte hat sich insofern etwas verbessert, als sich ihre Wohnkosten im Verhältnis zum verfügbaren Einkommen im Vergleich zu anderen Ländern etwas besser entwickelten. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Zinssätze für Hypothekarkredite im vergangenen Jahr gesunken sind und gleichzeitig die Energiepreise für die meisten Menschen gedeckelt wurden.“

Diese Situation wird sich laut der Expertin jedoch ändern, da zu erwarten ist, dass die Zinssätze weiter steigen. Auch die Energiepreise lassen sich nicht auf Dauer deckeln. „Die Ausgaben der Haushalte werden wohl steigen“, fügte Valachyová hinzu.

Die Platzierung der Slowakei im unteren Bereich der Rangliste hängt damit zusammen, dass das Land im Vergleich zu westlichen Staaten wirtschaftlich schwächer ist. Darauf wies auch Valachyová hin, die in diesem Zusammenhang eine Verschlechterung der Wettbewerbsfähigkeit und eine hohe Steuerlast nannte. Hohe Steuern würden die Wettbewerbsfähigkeit nicht begünstigen, so die Expertin. Sie empfahl deshalb, die Ausgaben für Forschung und Entwicklung sowie Bildung zu erhöhen, künstliche Intelligenz und Digitalisierung stärker zu nutzen sowie sich stärker in Europa zu integrieren, um von den Vorteilen der EU-Mitgliedschaft zu profitieren. Außerdem müsse man sich auf die Möglichkeit einer hybriden militärischen Bedrohung vorbereiten. Zu den Vorteilen der Slowakei zählt Valachyová den Euro sowie gut ausgebildete Arbeitskräfte und vergleichsweise niedrige Lohnkosten. Dennoch seien Strukturreformen sowie eine Verbesserung des Bildungswesens nötig, um die Abwanderung junger Menschen zu verhindern.

Mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von nur 1% liegt die Slowakei 2026 hinter ihren Nachbarn Polen, Tschechien und Ungarn. Auch die erhebliche Steigerung der öffentlichen Ausgaben in den letzten Jahren hat das Wirtschaftswachstum nicht begünstigt. An der Spitze des Wohlstandsindexes stehen Schweden, die Niederlande, Irland, Dänemark und Slowenien. Von den EU-Nachbarn liegt Österreich auf Platz 11, Polen auf Platz 12, Tschechien auf Platz 15 und Ungarn auf Platz 24.

Die Generaldirektorin der Slowakischen Sparkasse Michaela Bauer bezeichnete das Vertrauen der Bürger und Investoren in die Zukunft des Landes als eine der wichtigsten Voraussetzungen für langfristigen Wohlstand. Es müsse gelingen, dieses Vertrauen gemeinsam über den öffentlichen und privaten Sektor hinweg zu stärken. Den Analysten zufolge kann sich die Slowakei nur dann verbessern, wenn sie ihr Wachstum wiederbelebt. Der Wandel muss nicht nur auf Makroebene, sondern auch auf der Ebene des Einzelnen stattfinden.

Quelle: TASR

Jakob Horsch, Foto: TASR

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