Flughafen Košice bleibt vorerst ohne eine Straßenbahnanbindung

Flughafen Košice bleibt vorerst ohne eine Straßenbahnanbindung

Vor mittlerweile acht Jahren hat Peter Žiga, der Wirtschaftsminister aus den Reihen der damals regierenden Partei Smer-SD, heute Parlamentsvizepräsident für die aktuell mitregierende Partei Hlas-SD, den Bau einer vierspurigen Straße und einer Straßenbahnlinie versprochen, die Košice ab dem Stadtteil Pereš mit einem Gewerbegebiet und dem dortigen Flughafen verbinden sollten. Im Juni 2018 kündigte er an, dass „das Staatsunternehmen MH Invest bereits mit der regionalen Selbstverwaltung bzw. mit den zuständigen städtischen Behörden kommuniziert, sodass die Menschen in drei Jahren dorthin pendeln können, ob auf der neuen Straße oder mit der Straßenbahn.“

Ihm zufolge hat die damalige Regierung Peter Pellegrinis, heute Staatspräsident, für das Vorhaben die ersten 24 Mio. Euro bewilligt. Zwei Jahre später teilte Wirtschaftsminister Žiga mit, dass die Regierung vor einem „derzeit rechtlich unlösbaren Problem“ stehe – die Eigentumsrechte zu den erforderlichen Grundstücken müssten erst in Ordnung gebracht werden. Der Staat habe aber seine Aufgaben erledigt und halte das Geld für diese Investition parat.

Es folgte eine Serie vor Rechtsstreitigkeiten und Gerichtsverhandlungen – vor dem Amtsgericht, dem Bezirksgericht und ab Januar 2024 auch vor dem Obersten Gericht. Erst im Oktober 2025 haben die Gerichte endgültig beschlossen, dass die geltend gemachten Restitutionsansprüche auf die besagten Grundstücke nicht rechtens sind. Der Staat bzw. das Staatsunternehmen MH Invest II hätten dann eigentlich mit dem Bau beginnen können.

Am Mittwoch (27.5.) hielt die jetzige Regierung eine ihrer regelmäßigen Kabinettsitzungen außerhalb der Hauptstadt Bratislava ab. Im Ort Haniska bei Košice informierte die aktuelle Wirtschaftsministerin Denisa Saková für die Partei Hlas-SD darüber, dass das Projekt nicht realisiert werden kann, denn „es ist finanziell sehr anspruchsvoll. Wir müssen sehr bedacht überlegen, wie viel Euro uns im Rahmen des Staatshaushaltes für diese Investitionen übrigbleibt. Alles wird davon abhängen, in welcher Verfassung der Staatshaushalt sein wird und wie es uns gelingt, die von einer früheren Leitung des Ministeriums gegebenen Zusagen in der Zukunft umzusetzen.“

Um vom zentrumsnahen Staničné námestie (Bahnhofsvorplatz) zum 11 Kilometer entfernten Letisko (Flughafen) zu gelangen, fährt man bis dahin mit der Buslinie 23. Die Fahrt dauert 18 Minuten. Das Ticket kostet 1,20 Euro bzw. 1,10 in der App. 2026 kann man dann täglich weiter nach Wien, Bratislava, Prag und London fliegen sowie an ausgewählten Tagen nach Warschau, Dublin, Rom, Zadar, Zürich, Liverpool und Malaga.

Das Straßenbahnsystem, zunächst in Form einer Pferdbahn, wurde in der ostslowakischen Metropole 1891 in Betrieb genommen. 1895 kam die Dampf-Traktion hinzu. Bis 1909 verkehrten in der Stadt beide Traktionen. 1913 ging die von der Berliner Gesellschaft für Bau und Betrieb von Eisenbahnen, Henning Hartwich & Co. ausgerüstete elektrische Traktion in Betrieb. Das aktuell 34 km umfassende normalspurige Netz ist neben Bratislava eins von zwei städtischen Straßenbahnsystemen in der Slowakei.

Quelle: TASR, dpmk.sk, airportkosice.sk

Juraj Gigac, Foto: TASR

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