Junge Leute leiden unter den Verhältnissen in der Gesellschaft

Junge Leute leiden unter den Verhältnissen in der Gesellschaft

Die junge Generation der Slowakei ist besorgt. Dies zeigt eine landesweite Meinungsumfrage, deren Ergebnisse bei einer Reihe regionaler Treffen vorgestellt werden. Das erste fand am Montag (25.5.) im mittelslowakischen Banská Bystrica statt. Die Erhebung wurde vom Amt des slowakischen Kinderbeauftragten Jozef Mikloško organisiert. Wie er gegenüber der Presse äußerte, sind die jungen Menschen insbesondere wegen der Verhältnisse in der Gesellschaft, des Mangels an Arbeitsplätzen und des unerschwinglichen Wohnraums besorgt.

Beim Treffen in Banská Bystrica kamen neben Dutzenden jungen Leuten auch Vertreter der lokalen und regionalen Selbstverwaltung sowie Vertreter der akademischen Gemeinde und der staatlichen Verwaltung zusammen. Gemeinsam erörterten sie die Ergebnisse des Projekts Vision der Slowakei aus der Sicht der Jugend, in dessen Rahmen sich über 10.000 junge Menschen geäußert hatten.

Der Kinderbeauftragte nannte als Probleme der Jugend in erster Linie den Negativismus, den Stand der psychischen Gesundheit sowie die sozialen Netzwerke:„Mehr noch als die wirtschaftliche Lage machen sie sich Sorgen wegen der Verhältnisse in der Gesellschaft. 92 Prozent der Jugendlichen schreiben dem Negativismus und den schlechten Verhältnissen in der Gesellschaft große Bedeutung zu. In der Region Banská Bystrica waren es auch die Infrastruktur, das Wohnen, der Verkehr, Jobmöglichkeiten und die Bedingungen für eine Familiengründung.“

Die regionalen Treffen, bei denen ein offener und interaktiver Dialog über die aktuellen Probleme der jungen Generation angestrebt und eine gemeinsame Vision für die Entwicklung junger Menschen vorgestellt wird, werden auch von den Jugendlichen selbst positiv aufgenommen. Sie beteiligen sich auch selbst aktiv an der Debatte. So etwa betonte die Studentin Karolína Brozmanová die Notwendigkeit, die Beschäftigungsmöglichkeiten in der Region Banská Bystrica zu verbessern. Wie sie erklärte, werten 70 Prozent der Jugendlichen die Menge der freien Stellen negativ und 80 Prozent sind mit dem Lohnniveau unzufrieden. Brozmanová sagte: „Das Hauptproblem besteht darin, dass junge Menschen nach der Schule keinen Job finden, weil es ihnen an Praxiserfahrung fehlt bzw. keine guten Bedingungen für eine Unternehmensgründung haben. Deshalb ist unser Hauptgedanke eben, dass sich die Schulen mit Unternehmen zusammentun, um Praxis und Schule eng zu verknüpfen, damit den jungen Leuten nach dem Schulabschluss die Chance auf einen ersten Job gesichert wird.“

Wie der Kinderbeauftragte Jozef Mikloško ankündigte, werden die regionalen Treffen in den kommenden Wochen auch in weiteren Städten stattfinden.

Quelle: TASR

Kerstin Plaschke-Jakubik, Foto: TASR

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