Umfrage: Slowaken setzen im Alter auf ihre Familie, Jugendliche plagt Zukunftsangst

Umfrage: Slowaken setzen im Alter auf ihre Familie, Jugendliche plagt Zukunftsangst

Immer mehr Menschen in der Slowakei glauben, dass ihre Familie und nicht der Staat sie im Alter versorgen wird. Dies geht aus einer Umfrage hervor, die vom Marktforschungsinstitut NMS im Auftrag eines Versicherungskonzerns durchgeführt wurde. Gründe hierfür sind die Sorge um die Nachhaltigkeit des Rentensystems, die hohen Kosten für Senioreneinrichtungen und die Unsicherheit hinsichtlich der Zukunft. Die Familie bleibt dabei für die meisten die größte Sicherheit im Alter oder bei Pflegebedürftigkeit.
Laut der Umfrage erwarten bis zu 87 Prozent der Befragten, im Alter von ihrer Familie betreut zu werden. Dies entspricht einem Anstieg um drei Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass das Vertrauen in die Hilfe durch Angehörige wächst. Die Umfrage zeigt außerdem, dass die meisten Slowaken offen für den Einsatz von Technologie in der Alten- und Behindertenpflege sind. Bis zu sechs von zehn Befragten geben an, dass sie in Zukunft bei der Pflege Kranker auf die Hilfe von Robotern oder intelligenten Geräten zurückgreifen würden.

Hauptgrund dafür sind die alternde Bevölkerung, der Mangel an Pflegekräften und die zunehmende Belastung der Familien. Viele befürchten, dass die klassische Pflege in Zukunft nicht mehr für alle verfügbar sein wird. Trotz der rasanten Entwicklung künstlicher Intelligenz und moderner Technologien glauben die meisten Slowaken nicht, dass künstliche Intelligenz Ärzte ersetzen wird.

Die Umfrage befasste sich auch mit der heutigen Einstellung junger Menschen zur Elternschaft. Dazu der Analyst des Marktforschungsinstituts NMS, Michal Mislovič: „Bereits mit 15 Jahren ist vielen im Grunde klar, dass sie Kinder haben möchten, doch das Interesse daran nimmt allmählich ab. Die jungen Menschen erkennen, dass die heutige Welt Gefahren birgt, und überlegen, in welche Welt sie ihre Kinder hineinsetzen wollen.“

Neben wirtschaftlicher Unsicherheit, geopolitischen Sicherheitsrisiken und Klimawandel führt Experten zufolge auch die zunehmende Informationsflut zu solchen Bedenken. Dies bestätigt auch der Direktor der Liga für Psychische Gesundheit (Liga za duševné zdravie), Andrej Vršanský: „Wir haben noch nie in einer Zeit gelebt, in der jeder Einzelne ständig gezwungen ist, alle Informationen kritisch zu bewerten, und es gibt unglaublich viele davon. Das führt zu Angst.“

Dies sei auch ein Zeichen dafür, dass junge Menschen mehr Sicherheit brauchen. Ob es um Beziehungen, Gesundheit, die Zukunft oder die Gewissheit geht, in schwierigen Situationen nicht allein gelassen zu werden.

Quelle: STVR

Jürgen Rendl, Foto: TASR

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