Supercomputer Perun in Betrieb genommen

Supercomputer Perun in Betrieb genommen

Die Slowakei zählt nun ebenfalls zu den Ländern mit einer eigenen hochmodernen Recheninfrastruktur. Auf dem Gelände der Slowakischen Akademie der Wissenschaften (SAV) in Bratislava wurde am Montag (27.4.) feierlich der nationale Supercomputer Perun in Betrieb genommen. Zusammen mit dem bereits funktionstüchtigen Standort im ostslowakischen Košice bildet er ein integriertes System. Das Projekt stellt einen grundlegenden Meilenstein für die slowakische Wissenschaft dar. Es wird erwartet, dass der Supercomputer die wissenschaftliche Forschung, Innovationen sowie die qualifizierte Entscheidungsfindung des Staates markant stärken wird.

Der Vorsitzende der Slowakischen Akademie der Wissenschaften Martin Venhart betonte bei der feierlichen Inbetriebnahme von Perun insbesondere die erwartete sektorenübergreifende Nutzung des Geräts:

„Die Anwendungsmöglichkeiten des Supercomputers sind wirklich weitreichend. Neben der Forschung in allen Bereichen der Wissenschaft, die von der Akademie der Wissenschaften abgedeckt werden, bietet er ein enormes Potenzial für Technologieunternehmen und auch für die Regierung der Slowakei. Komplexe Prozesse, die im Staat ablaufen, können in den virtuellen Raum verlagert und ihre Auswirkungen auf die Bevölkerung modelliert werden.“

Der Supercomputer ist Teil eines der bedeutendsten Projekte zur digitalen Modernisierung in der Slowakei. Der Standort in Bratislava, der sich im Zentrum für gemeinsame Aktivitäten der Slowakischen Akademie der Wissenschaften befindet, ergänzt das System an der Technischen Universität in Košice. Beide Standorte fungieren als einheitliche Infrastruktur mit vernetzten Daten und gemeinsamer Benutzerverwaltung. Der Supercomputer in Bratislava verfügt über eine Leistung von bis zu 14,5 PetaFLOPs und zählt damit zu den leistungsstärksten Rechensystemen in der Region. Im Vergleich zum bisherigen System Devana ist dies ein deutlicher Fortschritt in der Rechenkapazität, der die Möglichkeiten der wissenschaftlichen Forschung sowie industrieller Anwendungen erweitert. Zusammen mit dem Standort in Košice erreicht die Gesamtleistung des Systems etwa 25 PetaFLOPs.

Das nationale Supercomputer-Projekt wurde aus dem Plan für Wiederaufbau und Resilienz der Slowakei finanziert. Für die Slowakische Akademie der Wissenschaften wurden 36,3 Millionen Euro und für die Technische Universität in Košice 20,9 Millionen Euro bereitgestellt.

Der Supercomputer Perun wird einem breiten Spektrum von Anwendern aus den unterschiedlichsten Forschungsbereichen dienen – von den Materialwissenschaften über die Arzneimittelentwicklung und Klimaanalyse bis hin zu Simulationen in der Chemie und multiphysikalischer Modellierung. Seine Architektur unterstützt zudem die Verarbeitung umfangreicher Datenmengen und das Training großer Modelle künstlicher Intelligenz.

Quelle: STVR

Kerstin Plaschke-Jakubik, Foto: TASR

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