In den Räumlichkeiten der Thurzo-Fugger-Erlebnisausstellung in der Barbakane der Stadtburg im mittelslowakischen Banská Bystrica wurde am Mittwoch (22.4.) die internationale Ausstellung „Rotes Gold – aus Wasser und Feuer geboren“ eröffnet, die einen einmaligen Einblick in die Geschichte des Bergbaus, der Metallurgie und der Goldschmiedekunst in der Region Banská Bystrica bietet. Bis zum 15. Mai nächsten Jahres können Besucher einzigartige Becher, Schalen, Kannen und Tabakdosen aus der ehemaligen Bergbaugemeinde Špania Dolina (Herrengrund) sowie zwei neue Handsteine bewundern, die speziell für diese Ausstellung angefertigt wurden. Die ausgestellten Gegenstände kamen aus einer Privatsammlung in Österreich nach Banská Bystrica, erklärt der Bürgermeister Ján Nosko: „Nach der Rückführung der seltenen Kupferplatten aus dem vor der niederländischen Küste versunkenen Schiff kehrt nun auch das „rote“ Gold, also die einzigartige europäische Sammlung von Gefäßen aus Špania Dolina, nach Hause zurück. Zurück in die Gegend, wo sie historisch gesehen hingehört.“
Die originalen Kupferplatten, die ebenso in der Thurzo-Fugger-Erlebnisausstellung zu sehen sind, waren Teil der Ladung eines im 16. Jahrhundert in der Nordsee versunkenen Schiffes. Nach mehr als 480 Jahren kehrten sie in die Stadt Banská Bystrica zurück. Das Kupfer wurde in der Region Banská Bystrica abgebaut, verarbeitet, mit dem Siegel der Kaufmannsfamilie Fugger versehen und war für die Weltmärkte bestimmt. „Die Kupferplatten sind ein greifbarer Beweis für die Bedeutung unserer Stadt im europäischen Kupferhandel des 16. Jahrhunderts“, betonte Bürgermeister Ján Nosko und fügte hinzu, dass der Dank den Partnern der niederländischen Nationalagentur für Kulturerbe sowie den Partnern aus Augsburg im Rahmen des Projekts „Europäische Fugger-Route“ gebührt.
Die neueröffnete Ausstellung in Banská Bystrica wurde in Kooperation mit dem Museum für Bergbau und gotische Kunst im österreichischen Leogang vorbereitet. Sie erzählt die faszinierende Geschichte des Kupfers, des „roten“ Goldes, das in den Gewässern von Špania Dolina und im Feuer der Goldschmiedewerkstätten von Banská Bystrica entstanden ist. An der Eröffnung nahmen auch der Direktor des Museums in Leogang Andreas Herzog und der Besitzer der Sammlung Achim Middelschulte teil. Laut Middelschulte ist die Sammlung eine der größten, wenn nicht sogar die größte der Welt und von unschätzbarem Wert.
Die Ausstellung wird auch von einem interaktiven Programm für Schulen und die Öffentlichkeit begleitet. Die Schüler lösen Aufgaben an verschiedenen Stationen, lernen Mineralien kennen und erfahren mehr über die Geschichte der „Kupferstadt“. Das Programm verbindet Wissenschaft, Handwerk, Handel und sprachliche Aktivitäten, einschließlich der Grundlagen der deutschen Sprache. An dem Programm beteiligt sich auch der Lehrstuhl für Germanistik der Philosophischen Fakultät der Matej-Bel-Universität in Banská Bystrica.
Quelle: TASR, Matej-Bel-Universität in Banská Bystrica