In Europa wächst in Zeiten hoher Kraftstoffpreise das Interesse an Elektroautos. Das gilt in begrenztem Maß auch für die Slowakei, wo sich die Elektromobilität im Vergleich zu manchen anderen europäischen Ländern bislang langsamer entwickelt. Dennoch sind laut der Slowakischen Assoziation für Elektromobilität (SEVA) auf slowakischen Straßen inzwischen fast 25.000 Elektroautos unterwegs. Einen deutlichen Zuwachs gab es bereits im Jahr 2025. Nach Angaben des Europäischen Automobilherstellerverbands ACEA wurden in der Slowakei im vergangenen Jahr 4.377 neue batterieelektrische Pkw registriert. Das entspricht inzwischen fast fünf Prozent aller Neuwagen. Der EU-Durchschnitt lag mit 17,5 Prozent zwar weiterhin deutlich höher, die Experten werten das Überschreiten der Fünf-Prozent-Marke dennoch als einen wichtigen Meilenstein, weil ein solcher Wert in der Praxis oft auf eine umfassendere Verbreitung der Technologie hindeutet.
Auffällig ist, dass unter den neu registrierten Elektroautos in der Slowakei viele gebrauchte Fahrzeuge aus dem Ausland sind. Das entspricht allerdings einem allgemeineren Trend, der auch bei Autos mit Verbrennungsmotor zu beobachten ist. Im Jahr 2026 melden Gebrauchtwagenhändler nun jedoch einen sprunghaften Anstieg des Interesses an Elektroautos. Die Generaldirektorin von AAA Auto Karolína Topolová: „Innerhalb eines einzigen Monats dieses Jahres haben wir 400 Elektroautos verkauft. Das ist fast dieselbe Menge wie im gesamten Jahr 2023.“
Viele Autofahrer in der Slowakei sehen bei Elektroautos weiterhin auch Nachteile. Vor allem die Möglichkeit des bequemen Ladens ist oft noch Menschen mit einem Einfamilienhaus vorbehalten. Auch an den Autobahnen fehlen vielerorts weiterhin schnelle Ladestationen. Nach Angaben der Slowakischen Assoziation für Elektromobilität gab es jedoch Ende 2025 bereits mehr als 3.000 öffentliche Ladepunkte an fast 1.200 Standorten. Das war ein Anstieg um 27 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Vereinigung betont zugleich, dass die öffentliche Ladeinfrastruktur in der Slowakei gemessen an der noch relativ kleinen Zahl an Elektroautos im europäischen Vergleich gar nicht schlecht ausgebaut sei. Schwächer entwickelt seien allerdings weiterhin die Lademöglichkeiten in Städten und Wohngebieten. Mithilfe der Finanzmittel aus dem Wiederaufbauplan dürfte sich die Zahl der öffentlichen Ladepunkte schon bald deutlich erhöhen. Laut dem Wirtschaftsministerium sollen in naher Zukunft an 35 Autobahnraststätten mehrere Ladestationen mit insgesamt 250 Ladepunkten entstehen. Weitere Anlagen sind auch in slowakischen Städten geplant.
Quelle: STVR, SEVA, ACEA