Die slowakischen Kurorte sind nach der Pandemie wieder zu ihren ursprünglichen Besucherzahlen zurückgekehrt. Diese sind im Jahresvergleich sogar um elf Prozent gestiegen. Den überwiegenden Teil machen nach wie vor von den Krankenkassen erstattete Kuraufenthalte aus. Doch immer häufiger sind auch Selbstzahler in den Kurorten anzutreffen. Sie kommen vor allem, um sich zu erholen. Gleichzeitig ändern sich auch die Trends bei den angebotenen Dienstleistungen.
Im vergangenen Jahr haben in den slowakischen Kurorten über 380.000 Gäste übernachtet. Das sind rund 40.000 mehr als vor der Coronapandemie. Die Zusammensetzung der Gäste hat sich dabei allmählich verändert.
„Es sind nicht mehr nur Menschen, die direkt zur Behandlung akuter gesundheitlicher Probleme herkommen. Inzwischen steigt die Zahl der Menschen, die sich nicht nur ihrem Körper, sondern auch ihrer Seele widmen wollen“, erklärte Martin Beňuch, Generaldirektor der Kureinrichtung Kúpele Sliač a. s.
Auch die Marketingchefin Andrea Petrušová vom Kurbad Dudince bestätigt, dass ganze Besuchergruppen ihre Einrichtung aufsuchen, um sich dort zu erholen. Die Kurklientel sucht nach Ruhe und Entspannung. Mit den Besuchern ändert sich auch die Nachfrage nach Dienstleistungen. Andrea Petrušová ergänzt: „Wir verzeichnen immer jüngere Jahrgänge oder auch Menschen im produktiven Alter, die nach Ruhe suchen, wobei es oft Leute sind, die unter großem Stress stehen.“
Deshalb werden etwa im Kurort Sliač inzwischen auch die Unterstützung der geistigen Gesundheit sowie Prophylaxe und Behandlung des Burnout-Syndroms angeboten.
Die heilenden Mineralquellen der Slowakei locken aber auch immer mehr ausländische Gäste an. Laut Andrea Petrušová kommen sie aus der Tschechischen Republik, aus Deutschland, aus Österreich, aber auch aus Aserbaidschan, Israel, Litauen, Lettland, Estland oder den Vereinigten Staaten. Laut der Kurexpertin Janka Zálešáková hat das slowakische Kurwesen im Ausland einen sehr guten Ruf.
Quelle: STVR