Noch vor wenigen Jahren waren die Risiken, denen Jugendliche im Zusammenhang mit Rauschmitteln ausgesetzt waren, vergleichsweise überschaubar. Die größte Rolle spielte Alkohol, dazu kamen die relativ verbreiteten weichen Drogen, und auch die Gefahr stärkerer Opiate oder harter synthetischer Substanzen war im Grunde bekannt. Inzwischen sind jedoch zahlreiche neue synthetische psychoaktive Stoffe leicht verfügbar geworden und teils sogar in Verkaufsautomaten angeboten. Diese Stoffe ließen sich bislang nur schwer gesetzlich erfassen. Ein Grund dafür ist, dass ständig neue Varianten entstehen und unter unterschiedlichen Handelsnamen angeboten werden. Auch in der Slowakei suchen die Behörden deshalb nach einem neuen Ansatz, um solche Stoffe besser regulieren zu können, und zwar nicht mehr nur einzeln, sondern in Gruppen auf der Grundlage ihrer chemischen Struktur.
Einen entsprechenden Gesetzentwurf stellten am Freitag (20. März) Gesundheitsminister Kamil Šaško (Hlas-SD) und Innenminister Matúš Šutaj Eštok (Hlas-SD) vor. Die Minister erwarten, dass der Vorschlag auf eine breite gesellschaftliche und politische Unterstützung stoßen sollte. Als Vorbild diente den Verfassern des Gesetzes Deutschland. Im Kampf gegen die sich ständig verändernden Bestandteile synthetischer Drogen sollen so sieben Gruppen chemischer psychotroper Stoffe geschaffen werden. Jedes neue Derivat würde dann automatisch einer dieser Gruppen zugeordnet.
Die Union der slowakischen Städte (ÚMS) begrüßt die geplante neue Gesetzgebung im Kampf gegen synthetische Drogen. Entscheidend sei nun, dass politische Vorhaben rasch in konkrete und wirksame Maßnahmen umgesetzt werden, sagt die Sprecherin der Union, Daniela Piršelová. Die Städte seien mit den Folgen der neuen psychoaktiven Stoffe bereits direkt konfrontiert. Deshalb wolle die Union ihre Erfahrungen aus der Praxis in die Debatte einbringen. Ein neues Gesetz müsse jedoch laut ihr von Prävention, Aufklärung und einem besseren Schutz von Kindern und Jugendlichen begleitet werden.
Quelle: STVR