Slowakische Lebensmittelhersteller unter Druck

Slowakische Lebensmittelhersteller unter Druck

Die slowakische Lebensmittelindustrie steht vor einem sich zuspitzenden Problem. Darauf machte die Union der Lebensmittelproduzenten der Slowakei nach ihrer Mitgliederversammlung am Dienstag (17.3.) aufmerksam. Ohne schnelle und gezielte staatliche Maßnahmen werde das Land laut der Union weiter eigene Produktionskapazitäten einbüßen und zunehmend an der Fähigkeit verlieren, den Markt mit heimisch hergestellten Lebensmitteln zu versorgen. Dies geschehe in einer Zeit, in der die Europäische Union zugleich globalen, klimatischen wie auch energiepolitischen Risiken ausgesetzt ist, darunter auch dem jüngsten Anstieg der Erdölpreise infolge des Krieges im Nahen Osten.

Ein besonders deutliches Signal für die wachsenden Probleme und den sinkenden Anteil slowakischer Lebensmittel auf dem heimischen Markt ist die Entwicklung des Außenhandels mit Agrar- und Nahrungsmittelprodukten. Der negative Saldo stieg im Jahr 2025 auf einen Rekordwert von minus 2,9 Milliarden Euro. Die Lebensmitteleinfuhren in die Slowakei beliefen sich dabei auf mehr als 8,2 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Im Jahr 2015 lag der Außenhandelssaldo noch bei minus 1,1 Milliarden Euro. Die Lebensmittelproduzenten warnen, dass dieser Trend die Wertschöpfung in der Slowakei senkt, weil Rohstoffe ausgeführt und verarbeitete Lebensmittel eingeführt werden. Zugleich wächst damit die Anfälligkeit des Marktes für Preisschwankungen und für Engpässe bei der Einfuhr von Lebensmitteln aus dem Ausland.

Der Union der Lebensmittelproduzenten zufolge müssen sich die Bedingungen für die slowakischen Lebensmittelhersteller verbessern, wenn die heimische Lebensmittelproduktion und die Arbeitsplätze in den Regionen erhalten werden sollen. Ohne Investitionen in die Modernisierung und in den Ausbau der Lebensmittelverarbeitung sowie ohne fairere Beziehungen in der Lieferkette ist das nicht möglich. „Die Branche produziert für einen europäischen Markt, der immer stärker den globalen Risiken ausgesetzt ist. Gerade deshalb ist weitere staatliche Unterstützung in Form gezielter Maßnahmen entscheidend“, erklärten die Delegierten der Union. Zugleich zeigten sie sich bereit, mit den zuständigen Ministerien über konkrete Beihilfen zu verhandeln.

Quelle: TASR

Juraj Pavlovič, Foto: TASR

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