Fast die Hälfte der Menschen in der Slowakei legt ihre Ersparnisse in bar oder auf Girokonten an. Aus diesem Grund verhindert die Inflation eine Wertsteigerung dieser Finanzen. Dies geht aus Angaben von Eurostat hervor. Aufgrund dieser Situation wird die Slowakische Nationalbank in den nächsten Tagen eine Informationskampagne zur Finanzkompetenz koordinieren. Laut Daten der Nationalbank denken zwei Drittel der Slowaken, gut mit Geld umgehen zu können. Doch der Leiter der Abteilung Finanzverbraucherschutz der Nationalbank Roman Fusek erklärt: „Die Menschen in der Slowakei fühlen sich zwar in Bezug auf ihre Finanzkompetenz fachkundig, doch wir sehen auch an ihren Entscheidungen, dass die Situation nicht ideal ist.“
Laut Eurostat besitzt nicht einmal die Hälfte der erwachsenen Slowaken Finanzkompetenz und laut Daten der Europäischen Zentralbank bleiben sie damit leicht hinter dem europäischen Durchschnitt zurück. Auch die Finanzanalytikerin Eva Sadovská bestätigt: „Viele Slowaken leben von Lohntag zu Lohntag – im Grunde jeder zehnte Slowake. Ganze 28 Prozent der Menschen in der Slowakei sind nicht in der Lage, mit unerwarteten Ausgaben fertigzuwerden.“
Wie der Chef der gemeinnützigen Organisation Financie Slovensko Patrik Kindl ergänzt, sind die Slowaken zwar einerseits sehr sparsam, doch ihr Geld halten sie auf konservativen Sparkonten. Dabei könnten sie das Geld mehr investieren, damit es für sie arbeitet. Nach Ansicht der Experten sollten die Menschen auf ihrem Konto Rücklagen im Umfang von drei bis sechs Monatsausgaben anlegen. Die übrigen Ersparnisse solle man aber vor der Inflation schützen.
Die Aufklärung der Slowaken über den effektiven Umgang mit Finanzen wird diese Woche von der Slowakischen Nationalbank koordiniert. Wie ihr Vertreter Fusek erklärt, ist die Woche der Finanzkompetenz eine weltweite Kampagne, der sich dieses Jahr über 600 Partner wie Schulen, Bibliotheken, Arbeitgeber, aber auch Medien angeschlossen haben.
Quelle: STVR