Mehr Slowaken im Eigenheim als im EU-Durchschnitt

Mehr Slowaken im Eigenheim als im EU-Durchschnitt

In einer eigenen Wohnung oder einem eigenen Haus leben 93 Prozent der Einwohner der Slowakei, was nach Rumänien der zweithöchste Anteil EU-weit ist. Die Slowakei liegt mit diesem Indikator deutlich über dem europäischen Durchschnitt von 68 Prozent. Im Gegensatz dazu beträgt der Anteil der Mietwohnungen hierzulande nur knapp 7 Prozent, während in Deutschland oder Österreich mehr als die Hälfte der Bevölkerung zur Miete wohnt. Dies gab das Immobilienportal Nehnuteľnosti.sk am Dienstag (3.3.) unter Berufung auf Daten von Eurostat bekannt.

Paradoxerweise befinden sich die Slowaken in Bezug auf den Wohnraum am Ende der Skala der Wohnqualität. Pro Person stehen nur 1,1 Zimmer zur Verfügung, was zusammen mit Rumänien der niedrigste Wert in der gesamten EU ist. Darüber hinaus gehören die Slowaken mit durchschnittlich 3,1 Mitgliedern pro Haushalt zu den Ländern mit der höchsten Anzahl an Mitgliedern pro Wohnung. Im Vergleich zu den nordischen Ländern oder Deutschland, wo in der Regel nur zwei Personen unter einem Dach leben, wohnen die Slowaken in eher beengten Verhältnissen, die an der Grenze zum Standard liegen.

„Die Vorrangstellung beim Wohneigentum bedeutet nicht automatisch eine höhere Wohnqualität“, erklärt der Analyst des Portals Nehnuteľnosti.sk. Michal Pružinský. Er sieht zwei Gründe dafür, dass überdurchschnittlich viele Menschen unter einem Dach leben: Junge Menschen sind gezwungen, länger bei ihren Eltern zu wohnen, da es für sie finanziell immer schwieriger ist, unabhängig zu werden. Darüber hinaus ist hierzulande das Mehrgenerationenwohnen nach wie vor üblich, bei dem neben Eltern und Kindern auch Großeltern in einem Haushalt leben.

Die Daten von Eurostat bestätigen, dass das Wohnen in der Slowakei zu einer immer größeren finanziellen Belastung wird. Während die Immobilienpreise hier bis 2014 ähnlich oder langsamer als im europäischen Durchschnitt stiegen, übertrifft das Preiswachstum seit 2015 sogar jenes vieler entwickelter westeuropäischer Volkswirtschaften. Das erhöht den Druck auf die Wohnungserschwinglichkeit. Die Preise in der Slowakei stiegen zwischen 2015 und 2024 um knapp 82 Prozent, während sie EU-weit um mehr als 53 Prozent wuchsen.

„Die Nachfrage in den größten Städten stößt langfristig auf ein schwaches Angebot – neue Projekte kommen nur langsam hinzu, die Genehmigungsverfahren dauern Jahre und auch die höheren Baukosten schlagen sich in den Preisen nieder. Gleichzeitig holen wir immer noch von einem niedrigeren Niveau aus auf das europäische Niveau auf, was sich in einem stärkeren Preisanstieg zeigt“, fügte Pružinský hinzu. Ein ähnlicher Trend ist auch bei Mietwohnungen zu beobachten. Das Mietpreiswachstum in der Slowakei liegt seit 2023 über dem durchschnittlichen Preisanstieg in der EU.

Quelle: TASR

Marika Antašová, Foto: TASR

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