Samsung schließt Werk in Galanta

Samsung schließt Werk in Galanta

Das Unternehmen Samsung beendet seine Produktion in der Slowakei. Der südkoreanische Konzern war der größte Hersteller von Fernsehgeräten im Land. Sein Werk in Voderady wurde bereits 2018 geschlossen, nun wird auch das Werk im südslowakischen Galanta stillgelegt, das rund 800 Menschen beschäftigt.

Samsung erklärt, dass strukturelle Veränderungen auf dem Weltmarkt sowie die aktuelle Konzernstrategie bei der Entscheidung ausschlaggebend seien. Laut dem Vizepräsidenten des Unternehmens Jaroslav Žilka stehe der Schritt weder mit dem unternehmerischen Umfeld in der Slowakei noch mit den Regierungsmaßnahmen in Zusammenhang. Zu den Gründen zählt er jedoch auch die hohen Energiepreise. Zudem habe der Konzern schon länger auf die steigenden Lohnkosten hingewiesen. Diese seien durch höhere Steuern und Abgaben, die die aktuelle Regierung eingeführt habe, zusätzlich gestiegen.

Die Produktion in Galanta soll schrittweise in mehreren Phasen bis Mai 2026 eingestellt werden. Entlassungen sollen im Juni beginnen. Das Unternehmen kündigt Kompensationen sowie Unterstützung bei der Suche nach einer neuen Arbeit an. Für die Wirtschaft des Landes könnte die Schließung der Fabrik negative Folgen haben, warnt der Generalsekretär der Vereinigung der Industrieverbände Andrej Lasz. Er erinnert daran, dass Samsung zu seinen besten Zeiten in der Slowakei bis zu 6000 Menschen beschäftigt, 100 Millionen Fernseher produziert und 670 Millionen Euro investiert habe: “Die Slowakei verliert einen wirklich wichtigen Spieler im elektrotechnischen Sektor. Das werden wir auf dem Arbeitsmarkt spüren und auch beim BIP beziehungsweise bei den Steuereinnahmen des Staates.”

Ein Teil der Entlassenen könnte nach Angaben des Wirtschaftsministeriums im Automobilsektor Arbeit finden. Jaguar Land Rover Slovakia habe dem Ressort zufolge angekündigt, rund 300 Beschäftigte für die Produktion einstellen zu wollen. Auch Stellantis Slovakia plane den Anteil slowakischer Beschäftigter zu erhöhen und bis Jahresende etwa 800 Arbeitskräfte aufzunehmen. Andrej Lasz von der Vereinigung der Industrieverbände warnt trotzdem: Sollte es der Slowakei nicht gelingen, Wirtschaftsreformen einzuführen, würden weitere Werksschließungen folgen. Denn nach praktisch allen Vergleichen seien die slowakische Steuer- und Abgabenbelastung sowie die Energiepreise die höchsten in der Region. Viel werde laut Lasz vor allem davon abhängen, ob es den heimischen Autoherstellern gelingt, die Produktion neuer Modelle ins Land zu holen. An die Automobilindustrie sei ein breites Netz von Zulieferern gebunden. Gerade um neue Modelle werde derzeit jedoch ein immer härterer Wettbewerb geführt. Lasz zufolge werde dies der entscheidendste Faktor sein, der die Entwicklung des slowakischen Arbeitsmarktes maßgeblich prägen könnte.

Quellen: STVR, Denník N, Pravda

Juraj Pavlovič, Foto: TASR

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