Angriffe auf Schulen und Verbot sozialer Netzwerke erörtert

Angriffe auf Schulen und Verbot sozialer Netzwerke erörtert

Auch in der Slowakei fürchten die Einwohner bewaffnete Angriffe in Schulen. Laut einer Online-Umfrage vom September letzten Jahres haben 38 Prozent der Menschen Angst davor. Die Radikalisierung junger Menschen ist ein europaweites Problem. Über Lösungen diskutierten am Mittwoch (11.2.) slowakische Minister mit Vertretern des hiesigen Nichtregierungssektors am runden Tisch. Immer häufiger ist dabei die Rede von einem Verbot sozialer Netzwerke für Jugendliche.

Die Ministerien wollen bis Juni Gesetzesänderungen vorbereiten, um funktionierende vernetzte Systeme zu schaffen, in denen Schulen, Sozialdienste, Gesundheitswesen, aber auch Kommunalverwaltungen und Sicherheitsbehörden in dieser Angelegenheit zusammenarbeiten können. Laut Innenminister Matúš Šutaj Eštok (Hlas-SD) spielt bei der Radikalisierung junger Menschen auch der Online-Bereich eine wichtige Rolle: „Die Zusammenarbeit von mehreren Ressorts ist notwendig, damit Warnsignale rechtzeitig erkannt werden und Hilfe schneller eintrifft, bevor sich das Problem zu einem schwerwiegenden Vorfall entwickelt.“

Der Psychologe Viktor Križo, der an Round-Table-Gesprächen teilnahm, begrüßte die Initiative der Minister. Er ist überzeugt, dass sich die Politiker bei der Ausarbeitung der Gesetzgebung auf die Hilfe für Kinder und nicht auf die Verschärfung der Strafen konzentrieren werden.

Nach dem Treffen wurde erneut das Verbot sozialer Netzwerke für Personen unter 16 Jahren angesprochen. An die Absicht, soziale Netzwerke für Kinder zu regulieren, erinnerte Bildungsminister Tomáš Drucker (Hlas-SD). Er bezeichnete die Radikalisierung von Kindern als ein Versagen: „Soziale Netzwerke sind ein riesiges Phänomen, das viele positive Aspekte mit sich bringt, aber auch viele negative. Wir sind zwar alle miteinander verbunden, aber gleichzeitig leiden junge Menschen mehr unter Einsamkeit, Ängsten und vielen psychischen Störungen. Der enorme Druck und die Uniformität sind sicherlich viele Ursachen dafür. Aber noch einmal: Es ist unser Versagen als Staat, wenn wir nicht darauf reagieren und es verhindern können.“

Die Debatte um ein mögliches Verbot sozialer Netzwerke für Kinder unter 16 Jahren ist laut der Slowakischen Union der Sonder- und Inklusionspädagogen legitim und notwendig. Gleichzeitig weist sie jedoch darauf hin, dass es sich um ein äußerst komplexes Thema handelt, das nicht mit vereinfachten Verboten ohne fachliche Analyse der möglichen Auswirkungen gelöst werden kann. Laut der Union stellen soziale Netzwerke zwar einen Risikobereich hinsichtlich der Verbreitung negativer Vorbilder, Aufrufe oder soziopathologischer Phänomene dar, aber gleichzeitig besitzen sie auch ein beträchtliches positives Potenzial – sie ermöglichen den Zugang zu Informationen, die Pflege von Beziehungen und Bildung und sind ein Raum für Inspiration und Selbstdarstellung. „Die Frage ist daher nicht, ob soziale Netzwerke verboten werden sollen, sondern wie man verantwortungsbewusst mit ihnen umgeht, wie man Kindern beibringt, sich sicher im digitalen Raum zu bewegen, und welche Alternativen wir ihnen bieten, wenn wir ihnen etwas wegnehmen“, sagt die Vorsitzende der Union Svetlana Síthová.

Die Minister planen, sich in zwei Monaten erneut zu einem Round-Table-Gespräch zu treffen.

Quelle: TASR, STVR, Union der Sonder- und Inklusionspädagogen

Jana Hrbeková, Foto: TASR

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