Bachelor- und Diplomarbeiten sind in der Slowakei künftig nicht mehr verpflichtend. Studierende können sie durch ein abschließendes Praktikum ersetzen. Das neue Hochschulgesetz reagiert damit auf die Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz und die Anforderungen des Arbeitsmarktes. Das slowakische Bildungsministerium erwartet, dass die Praktika nicht nur formal absolviert werden, sondern einen vollwertigen Bestandteil der Wissens- und Kompetenzprüfung darstellen.
An der Universität im westslowakischen Trnava können Studierende ab September anstelle einer Abschlussarbeit ein Abschlusspraktikum wählen. Der Leiter des Soziologie-Instituts an der Universität Trnava, Peter Guráň: „In unserem Soziologie-Institut gibt es beispielsweise verschiedene Möglichkeiten, etwa bei Forschungsinstituten oder Marketingagenturen.“
Dabei sei man bestrebt nach einer Lösung zu suchen, die den Studiengängen, die mehr oder weniger betroffen sein könnten, gerecht werde. Dem neuen Hochschulgesetz zufolge können zukünftige Bachelorstudierende optional eine Abschlussarbeit anfertigen. Im zweiten Studienabschnitt müssen sie zwischen einem Praktikum und einer Berufstätigkeit wählen. In Prag hat man an der Fakultät für Betriebswirtschaftslehre der Wirtschaftsuniversität bereits vor zwei Jahren damit begonnen, Bachelorarbeiten in Bachelorprojekte umzuwandeln. Deren Dekan, Jiří Hnilica: „Es besteht auch die Möglichkeit, dass Studierende eigene Unternehmen oder Start-ups gründen und einen Bericht darüber verfassen, wie sie die Gründung angegangen sind und welche Erfolge oder Misserfolge sie erzielt haben.“
Die Verteidigung des Abschlusspraktikums wird, genauso wie jene der Bachelorarbeit, Teil der staatlichen Prüfung an slowakischen Universitäten sein.
Quelle: STVR