Immobilien sind teurer, Hypothekenraten übersteigen oft die Mieten

Immobilien sind teurer, Hypothekenraten übersteigen oft die Mieten

Die Preise für Wohnimmobilien in der Slowakei sind weiter gestiegen. Der Durchschnittspreis für neue Wohnungen in der Hauptstadt wuchs im vergangenen Jahr im Vergleich zum Vorjahr um fast sieben Prozent auf 5.300 Euro pro Quadratmeter. Bei älteren Wohnungen lag der Preis Ende letzten Jahres bei rund 4.200 Euro pro Quadratmeter. Das entspricht einem Anstieg von mehr als zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Laut dem Chefanalysten bei Bencont Investments Rudolf Bruchánik wird das Preiswachstum in der nächsten Zeit jedoch begrenzt sein. Als Grund dafür nannte er die geringere Kaufkraft der Bevölkerung.

Paradoxerweise steigt die Nachfrage nach Luxuswohnungen, sagt Rudolf Bruchánik: „Die Slowaken oder auch ausländische Interessenten investieren ihr Geld in Immobilien in Premiumlagen. Es werden tatsächlich deutlich mehr solche Wohnungen angeboten und auch gebaut.“

Die Analystin von Wood and Company Eva Sadovská stellt fest, dass die Preise für Wohnungen slowakeiweit im dritten Quartal des vergangenen Jahres im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 13 Prozent zugelegt haben. Die Nachfrage übersteigt weiterhin das Angebot, betont Eva Sadovská: „In den letzten Jahren war die Zahl der benötigten Wohnungen höher als die Zahl der fertiggestellten Wohnungen. Auch der Rückgang der Zinssätze in der zweiten Hälfte des Jahres 2024 hat das Interesse an Hypothekenkrediten gefördert, das im vergangenen Jahr 2025 anhielt.“

Immobilienmarktanalyst Ján Vražda bezeichnet dabei als eines der größten Probleme, 20 Prozent des Kaufpreises für eine Wohnung anzusparen, um eine Hypothek zu bekommen. Viele lösen das mit einem Verbraucherkredit, das heißt einer weiteren Verschuldung. Die durchschnittliche Hypothekenrate in Bratislava liegt heute bei rund 850 Euro monatlich, was oft genauso viel ist wie die Miete. Bis 2019 sei die Rate fast um die Hälfte niedriger als die Miete gewesen. Den Grund dafür sieht Ján Vražda im Anstieg des Zinssatzes: „Im Jahr 2019 lag der Zinssatz bei etwa einem Prozent, aber im Jahr 2022, als der Zinssatz allmählich stieg, erreichte er fast 4,5 Prozent.“

Die meisten Wohnungen in der Hauptstadt wurden in den Stadtbezirken Bratislava IV und Bratislava II verkauft. Die monatliche Warmmiete inkl. Nebenkosten für eine Zweizimmerwohnung in Bratislava, wenn die Altstadt nicht mitgerechnet wird, beläuft sich auf knapp 900 Euro.


Marek Šebo, Marika Antašová, Foto: TASR

Živé vysielanie ??:??

Práve vysielame