Das US-Justizministerium hat am Freitag (30.1.) mehr als drei Millionen neue Seiten aus Akten im Zusammenhang mit dem Fall des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein veröffentlicht. Die neu zugänglichen Dokumente schlagen auch in der slowakischen Politik hohe Wellen. Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht dabei Miroslav Lajčák. Der ehemalige Spitzendiplomat und frühere slowakische Außenminister in mehreren Regierungen unter Robert Fico war seit April 2025 externer Berater der aktuellen Regierung. Am Samstag (31.1.) trat Lajčák von diesem Posten zurück und Ministerpräsident Robert Fico (SMER-SD) nahm seine Demission an. Lajčák war unter starken öffentlichen und politischen Druck geraten, nachdem sein Name mehrfach in den Epstein-Akten auftauchte, unter anderem im Zusammenhang mit einer dokumentierten Kommunikation über junge Frauen. Weitere Teile seiner Kommunikation mit Epstein betreffen den US-amerikanischen Rechtspopulisten und ehemaligen Trump-Vertrauten Steve Bannon. Aus den veröffentlichten Unterlagen geht hervor, dass Lajčák Epstein vorschlug, ein Treffen zwischen Bannon und Fico zu arrangieren. Die Opposition hatte bereits beim ersten Bekanntwerden von Lajčáks Kommunikation mit Epstein im November 2025 seinen Rücktritt gefordert.
Miroslav Lajčák betonte in einer Stellungnahme für die Nachrichtenagentur TASR, dass es keinerlei Kommunikation mit Jeffrey Epstein gegeben hätte, wenn ihm der volle Umfang von dessen Taten damals bekannt gewesen wäre. Zugleich erklärte er, dass er die Authentizität der veröffentlichten Nachrichten nicht bestätigen könne, da er sich an eine derartige Kommunikation nach so langer Zeit nicht konkret erinnere. Lajčák wies außerdem zurück, jemals sexuelle Dienstleistungen angeboten bekommen oder in Anspruch genommen zu haben. Ministerpräsident Fico reagierte auf die Affäre über soziale Netzwerke. Unter anderem erklärte er, sein Berater habe sich mit seinem Rücktritt „als großer Diplomat erwiesen“.
Neben der Opposition forderten auch die Koalitionspartner Hlas-SD und die Nationalpartei SNS den Rücktritt Lajčáks. Laut der SNS seien die Inhalte der veröffentlichten Kommunikation skandalös und der frühere Außenminister stelle ein Sicherheitsrisiko dar.
Der Vorsitzende der oppositionellen Partei Progressive Slowakei Michal Šimečka spricht im Zusammenhang mit der Affäre von einer Beschädigung der internationalen Reputation der Slowakei. Zugleich forderte er Robert Fico auf, offenzulegen, ob er sich mit Jeffrey Epstein oder Steve Bannon getroffen und an Gesprächen teilgenommen habe, in denen es darum gegangen sei, „eine Rolle in Bannons Schema zur Destabilisierung der europäischen politischen Ordnung“ zu übernehmen.
Quellen: STVR, Tageszeitung Pravda