Die Slowakei verzeichnet den größten Lehrkräftemangel ihrer Geschichte. Laut einer Umfrage des Internet-Portals Edujobs werden im Land insgesamt mehr als 8.500 Lehrkräfte benötigt, am dringendsten in der zweiten Stufe der Grundschule. Während das Interesse an einer Position als Fachkraft abnimmt, möchten beispielsweise immer mehr Menschen als Unterrichtsassistenten arbeiten. Mathematik ist das am wenigsten attraktive Fach, es fehlen aber auch Lehrkräfte für Englisch und Physik. Die Direktorin der Sekundarschule Skyro in Bratislava, Viktória Ondrejícka Jakubovičová: „Es herrscht ein Mangel, das Problem ist uns deutlich bewusst, vor allem in Fächern wie Mathematik und Sport. Man kann sagen, dass noch nie zuvor so viele Lehrer an weiterführenden Schulen gesucht wurden. Natürlich ist dies ein Phänomen, das sich über die Jahre verstärkt. Ich denke, dass bis 2030 etwa zehntausend Lehrer auf dem Arbeitsmarkt fehlen werden.“
Im vergangenen Jahr schalteten die weiterführenden Schulen mit mehr als 1.000 so viele Stellenanzeigen wie nie zuvor. Am massivsten betrifft der Lehrermangel Bratislava. Aktuell stammt fast die Hälfte der Stellenanzeigen aus der Hauptstadt, sagt der Vorsitzende der slowakischen Bildungsgewerkschaft, Pavel Ondek: „Wir wissen, dass die Lage nicht gut ist, aber am schlimmsten ist sie in Bratislava und Umgebung. Blicken wir aber weiter Richtung Osten, beispielsweise nach Prešov, sieht es anders aus.“
Um den Lehrerberuf attraktiver zu gestalten, setzt das slowakische Bildungsministerium auf verschiedene Maßnahmen, sei es eine Vereinfachung des Zugangs zum Beruf oder eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Laut Gewerkschaftern sei die einzige Lösung eine bessere Motivation der Beschäftigten. Die Bildungsgewerkschaft arbeitet bereits an einem neuen Gehaltsschema für Lehrkräfte, das ihnen eine faire finanzielle Vergütung sichern soll. Es soll in etwa zwei Jahren fertiggestellt sein.
Quelle: STVR