Das slowakische Bildungsministerium beginnt mit der Reform des Grundschulnetzes. Dies ist seit 20 Jahren eine seiner Prioritäten. Der Betrieb einiger Grundschulen kostet den Staat laut dem Ministerium viel Geld, und einige, insbesondere kleinere Schulen, bleiben in der Bildungsqualität zurück. Laut Bildungsminister Tomáš Drucker (Hlas-SD) gibt es in der Slowakei mehr als 700 Schulen mit weniger als fünfzig Schülern.
Die Überprüfung der Ausgaben für das regionale Bildungswesen, die von der Abteilung des Finanzressorts „Wert für Geld“ durchgeführt wurde, verwies ebenfalls auf die sogenannten „kleinen Schulen“, also Grundschulen mit einer geringeren Schülerzahl. „Der Betrieb von kleinen Schulen ist finanziell aufwendiger, deshalb fördert der Staat sie mit zusätzlichen Mitteln. Ihre Schüler haben jedoch schlechtere Ergebnisse“, erklärte der Analyst der Abteilung „Wert für Geld“ Peter Mandžák. „Bei den 15-Jährigen liegen die Ergebnisse in Mathematik im Schnitt um 33 Prozent und in slowakischer Sprache um 30 Prozent schlechter“, fügte Minister Drucker hinzu.
Über die Grundschulreform wird in der Slowakei schon länger gesprochen. Einige Eltern in kleineren Gemeinden befürchten, dass nun die Schule in der Nähe ihres Wohnortes im Rahmen von Sparmaßnahmen geschlossen wird. Der Bildungsminister erklärt, dass die Optimierung des Schulnetzes nicht automatisch die Schließung von Schulen bedeuten muss. Er räumt jedoch ein, dass auch dies eine der Alternativen ist: „Es gibt verschiedene Möglichkeiten, beispielsweise bleibt die Schule im sogenannten ersten Zyklus – also wird nur eine erste, zweite und dritte Klasse haben. Denn es stimmt, dass es für kleinere Kinder besser ist, in der Nähe ihres Wohnortes zu bleiben. Zehnjährige können bereits eine weiter entfernte Schule besuchen.“
Zu der beginnenden Reform äußerte sich auch der ehemalige Schulminister Ján Horecký (KDH). Ihm zufolge sollten die kleinen Schulen individuell beurteilt werden, je nachdem, welche Bildungsqualität sie anbieten. Auch der Analyst Peter Mandžák meint, dass hier eine Koordinierung auf regionaler Ebene erforderlich sei.
Das Bildungsministerium beabsichtige, die Optimierung individuell und mit Schwerpunkt auf der Bildungsqualität umzusetzen, und dies im Zusammenarbeit mit Vertretern der Selbstverwaltungen und der Träger, mit denen es bereits ein Memorandum unterzeichnet hat.
Quelle: TASR