Eishockeyverband wollte ein starkes Olympiateam, seine Auswahl erntet auch Kritik

Eishockeyverband wollte ein starkes Olympiateam, seine Auswahl erntet auch Kritik

„Wir wollen uns mit den Besten messen, denn wir denken, in unserem Team das Beste zu haben, was das slowakische Eishockey im Moment zu bieten hat“, zitierte die Homepage des Slowakischen Eishockeyverbands am vergangenen Donnerstag den Cheftrainer der slowakischen Eishockeymannschaft Vladimír Országh.

„Unser Ziel ist es, positiv zu überraschen“, sagte Generalmanager Miroslav Šatan über die Ambitionen des Nationalteams bei der anstehenden Olympiade. Wie er hinwies, wird die Slowakei mindestens ein Play-off-Spiel bestreiten, und zwar das Qualifikationsspiel um den Einzug ins Viertelfinale, falls sie sich nicht direkt qualifizieren sollte. Šatan betrachtet es als eine große Herausforderung, in dem stark besetzten Turnier diese Phase zu erreichen, in der jeder Gegner außerordentlich stark sein wird.

Vor vier Jahren in Peking gelang es der slowakischen Mannschaft, Bronzemedaillen zu gewinnen. Es wird schwierig, diesen Erfolg zu verteidigen, da nach zwölf Jahren wieder auch Spieler aus der NHL am olympischen Turnier teilnehmen.

Die Leitung des slowakischen Eishockeyteams gab am vergangenen Donnerstag den 25-köpfigen Kader für die Spiele bekannt. Generalmanager Šatan erklärte für die Website des Eishockeyverbands: „Das Ziel der Trainer war es, die möglichst stärkste Mannschaft zusammenzustellen, die die Slowakei aufbieten kann. Ich denke, Hauptfaktor waren die Qualität und natürlich auch die Erfahrungen der Spieler sowie ihre aktuelle Leistungsfähigkeit.“ Nominiert sind neun slowakische Spieler aus Übersee, neun aus Tschechien, zwei aus Schweden, einer aus der Schweiz, einer aus der slowakischen Liga und drei aus der KHL.

Wie das Portal sportweb.pravda.sk am Montag schrieb, stellen nur die Slowakei und Frankreich bei den Olympischen Spielen in Mailand auch Spieler aus der russischen KHL auf. Diese Nominierung löste auch außerhalb des Sports Diskussionen aus.

Der ehemalige EU-Abgeordnete der SDKÚ und KDH Ivan Štefanec schrieb in einem sozialen Netzwerk: „Eishockeyspieler-Terroristen sind in der olympischen Nominierung der Slowakei aufgetaucht, womit der Slowakische Eishockeyverband unserer Heimat erneut große Schande gemacht hat.“ Laut Štefanec hätten diese Eishockeyspieler blutiges Geld in einem Wettbewerb bevorzugt, der von der Regierung eines Terrorstaates geleitet wird, der bereits seit vier Jahren Völkermord an unschuldigen Menschen im Nachbarland begeht.

Eine andere Haltung präsentierte der slowakische Präsident Peter Pellegrini am vergangenen Sonntag in einer Diskussionssendung des Slowakischen Fernsehens: „Schon bei der Weltmeisterschaft habe ich ganz klar gesagt, damals vielleicht noch als Oppositionspolitiker, dass slowakische Spieler, unabhängig davon, ob sie in der NHL oder in der KHL spielen, einen Platz in unserer Nationalmannschaft haben sollten. Ich wundere mich, dass dies erneut solche Emotionen hervorruft und jemand sie schon fast als Eishockeyspieler mit blutigen Händen oder was auch immer bezeichnet. So frage ich dann diejenigen, die nun so empört darüber sind: Würden sie jetzt, nach den Aktivitäten der Vereinigten Staaten in Venezuela, auch sagen, dass die NHL-Spieler heute nicht mitmachen sollten? Gut, ich vergleiche den Krieg nicht mit... aber es ist ein Verstoß gegen internationale Abkommen und Regeln. Ich denke, das sind unsere Bürger, die nicht kämpfen, die nicht irgendwo mit Maschinenpistolen rumstehen. Sie tun alles, um im Eishockey gut zu sein. Und dort haben sie einfach Möglichkeiten, sich zu verwirklichen. Ich bin der Ansicht, dass man, egal ob man in Oslo, in der KHL oder in der NHL spielt, das Recht hat, stolz, mit dem slowakischen Doppelkreuz auf der Brust die Slowakei zu vertreten. Diese meine Haltung ist unveränderlich.“

Bei einem Briefing am heutigen Mittwoch (14.1.) sagte Generalmanager Šatan auf die Frage der Tageszeitung Denník N, dass die KHL für den Verband ein abgeschlossenes Thema sei. Er erklärte: „Wir alle, auch wir im Verband, sind dagegen, dass der Krieg weitergeht, aber die Spieler haben damit nichts zu tun.“

Die Slowakei bestreitet ihr Auftaktspiel beim olympischen Turnier am elften Februar gegen Finnland. Anschließend trifft sie in der Vorrunde auf Gastgeber Italien und Schweden.

Quelle: STVR, hockeyslovakia.sk, sportweb.pravda.sk, dennikn.sk

Marika Antašová, Foto: TASR

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