Die Krankenschwestern in slowakischen Krankenhäusern werden dieses Jahr besser bezahlt. Sie erhalten jeden Monat einen Zuschlag von 250 Euro. Dieser ersetzt den Stabilisierungszuschuss, den die vorherige Regierung vor drei Jahren eingeführt hatte. Die Gewerkschaft der Krankenschwestern und Hebammen begrüßt die Gehaltserhöhung, behauptet jedoch, dass dies allein nicht ausreicht. Sie will mit dem Gesundheitsminister über weitere Änderungen diskutieren.
Die Bindung an den Stabilisierungszuschuss für Krankenschwestern endete im Dezember des Vorjahres. Fünftausend Euro brutto erhielten diejenigen, die sich 2022 bereit erklärt hatten, drei Jahre lang beim gleichen Arbeitgeber zu bleiben. Der neue Zuschuss von 250 Euro gilt für alle Krankenschwestern, die in Krankenhäusern in der Slowakei arbeiten. „Es handelt sich um eine flächendeckende Stabilisierungsmaßnahme. Sie ist so ausgelegt, dass sie im Jahr 2026 jeden Monat ausgezahlt wird“, teilte die Sprecherin des Gesundheitsministeriums Veronika Daničová mit.
„Ob die 250 Euro monatlich die Zahl unserer Krankenschwestern und Hebammen stabilisieren werden, ist nicht sicher. Wir hoffen aber zumindest, dass wir dadurch Zeit gewinnen, damit die Krankenschwestern nicht ganz weggehen und dass dies der erste Schritt ist, um weiter an systemischen Veränderungen zu arbeiten“, sagte Monika Kavecká, Vorsitzende der Gewerkschaft der Krankenschwestern und Hebammen.
In der Slowakei fehlen etwa 14.000 Krankenschwestern. Krankenhäuser versuchen, sie durch finanzielle und andere Vergünstigungen zu gewinnen. Laut Gewerkschafterinnen sind systemische Maßnahmen erforderlich. Neben einer Erhöhung der Grundgehälter fordern sie auch bessere Arbeitsbedingungen.
„Es ist unerlässlich, dass wir genügend Krankenschwestern haben, denn die Überstunden können nicht unbegrenzt bezahlt werden. Kein Mensch kann ständig so viel arbeiten, dass er monatlich 40 bis 60 Überstunden macht“, erklärte Kavecká.
Das Gesundheitsministerium plant weitere Maßnahmen. „Wir betrachten den Zuschuss als Überbrückungsmaßnahme für die Zwischenzeit, bis langfristige, nachhaltige systemische Stabilisierungsinstrumente eingerichtet sind“, erklärte die Sprecherin des Ministeriums.
Quelle: STVR